Um das Stromnetz stabil zu halten, ist es dringend erforderlich, dass E-Autos bidirektional beladen werden können.
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Tennet setzt E-Autos von Nissan zur Stabilisierung des Stromnetzes ein

Wie können Elektroautos dazu beitragen, Stromerzeugung und -verbrauch aufeinander abzustimmen und gleichzeitig stabil halten? Dieser Fragen gehen Übertragungsnetzbetreiber Tennet, The Mobility House und Nissan nach.

Indem sie lokal produzierten Strom in Batterien von Elektrofahrzeugen speichern und wieder einspeisen, wollen Übertragungsnetzbetreiber Tennet, Software-Entwickler The Mobility House und Autohersteller Nissan einen Beitrag zur Netzstabilität leisten. "Dieses Pilotprojekt ergänzt unsere Blockchain-Projekte, weil es neue Wege erschließt, um die stark vom Wetter abhängige erneuerbare Stromproduktion flexibel zu steuern", erklärt Tennet-Chef Lex Hartman. Die Batterien der Elektrofahrzeuge würden für den Redispatch genutzt, also um Transportengpässe im Netz aufzulösen. Das Stromnetz soll dadurch entlastet und die teure Abregelung von Windkraftanlagen begrenzt werden. "Damit kann das Projekt den Netzausbau ergänzen und zu einem wichtigen Baustein der Energiewende werden", so Hartman.

Im vergangenen Jahr lagen die Kosten für Eingriffe in die Erzeugung von konventionellen Kraftwerken und Erneuerbaren, also Redispatch, Netzreserve und Windabregelungen, bei knapp einer Milliarde Euro in der Tennet-Regelzone. Dort werden nun Elektrofahrzeuge, die Nissan stellt, in Nord- und Süddeutschland als mobile Energiespeichersysteme genutzt, um lokale Überlastungen in der Stromversorgung unmittelbar zu reduzieren. The Mobility House hat die intelligente Lade- und Energiemanagementsoftware entwickelt, die das automatisierte Steuern von Lade- und Entladevorgängen ermöglicht. Wichtigste Voraussetzung ist hier, dass die Elektrofahrzeuge bidirektional laden können. Das heißt sie können nicht nur Energie aus dem Netz ziehen, sondern diese auch bei Bedarf wieder einspeisen. Eine intelligente Lastkontrolle unterstützt die Netzstabilisierung und entlastet die Endverbraucher finanziell, erläutert Thomas Raffeiner, CEO und Gründer von The Mobility House.

Erste Ergebnisse vermutlich Anfang 2019

Autohersteller Nissan arbeitet seit Jahren mit The Mobility House an der intelligenten Einbindung von E-Fahrzeugen in das Stromnetz. "Bei Nissan haben wir nach Möglichkeiten gesucht, Elektrofahrzeuge jenseits der herkömmlichen Mobilität zu nutzen und sie zu sauberen mobilen Energiezentren zu machen", sagt Francisco Carranza, Geschäftsführer von Nissan Energy, Nissan Europe. Erste Ergebnisse zu dem Projekt werden wohl im ersten Quartal 2019 vorliegen. Am Ende des Projekts sollen weitere kommerzielle Produkte und Leistungen für die Halter von E-Autos stehen. (sg)