Luftaufnahme von „Rurtalsperre Schwammenauel“ (Staudamm) und „Rurstausee“ . Bild: Christoph Paulus / Wikipedia

Trianel legt Pumpspeicher-Projekt in die Schublade

Wasserspeicherkraftwerk Rur: Der politische Rückhalt für das Projekt bröckelte. Dennoch findet Trianel das Projekt gut.

Weil die Entscheidung für das geplante Wasserspeicherkraftwerk Rur erneut verschoben wurde, steigt Trianel als Investor aus dem Projekt aus. Dies teilte das Unternehmen in einer Pressemitteilung mit. Aufgrund des fehlenden politischen Rückhalts für das Zukunftsprojekt sehen die beteiligten Stadtwerke keine Basis für weitere Investitionen am Rursee in Nordrhein-Westfalen. Der Regionalrat im Regierungsbezirk Köln hatte die Entscheidung über die Regionalplanänderung erneut vertagt. "Der Rursee ist nicht nur der beste und wirtschaftlichste Talsperren-Standort für ein Wasserspeicherkraftwerk in Nordrhein-Westfalen, er bleibt es auch, unabhängig von unserer Entscheidung", machte sich Projektleiter Dr. Markus Hakes dennoch stark für den Standort. Die Energiewende erfordere den Zubau von Speichern und flexiblen Kraftwerken. Die Investitionssumme der Stadtwerke für das Wasserspeicherkraftwerk Rur wäre bei 700 Mio. € gelegen.

Grünen-Fraktionschef Reiner Priggen zeigte sich lt. "Aachener Nachrichten" enttäuscht: "Eine 700-Millionen-Euro-Investition ist vom Tisch. Das wäre die größte Investition in der Eifel gewesen, ohne dass der Steuerzahler auch nur einen Euro gezahlt hätte." Freude kam hingegen bei den Projektgegnern auf. Die Bürgerinitiative "Rettet den Rursee" zeigte sich erleichtert, dass bei Trianel die ökonomische Vernunft gesiegt habe. Eine erfolgreiche Energiewende brauche keinen neuen Pumpspeicher. In der CDU habe die Stimmung nach anfänglichem Wohlwollen im Herbst 2012 umgeschlagen. Während die einen das Pumpspeicherkraftwerk weiter unterstützten, begrüßte Landrat Wofgang Spelthahn das Scheitern des Projektes, berichten die Aachener Nachrichten.

Trianel konzentriert sich derweil auf die geplanten Wasserspeicherkraftorte am Standort Schmalwassertalsperre/Kreis Gotha in Thüringen und an der Nethe im Kreis Höxter in Ostwestfalen. Im Kreis Höxter sind die Regionalplanänderungen bereits erfolgreich abgeschlossen worden, so Trianel. (sg)