Die Blöcke 4 und 5 des Kraftwerks Irsching fallen seit 2016 unter die sogenannte Netzreserveverordnung.
Bild: © Rolf Sturm/EON

Uniper baut Gaskraftwerk für Tennet

Tennet hat Uniper den Zuschlag für Errichtung und Betrieb eines sogenannten besonderen netztechnischen Betriebsmittels erteilt. Bis Oktober 2022 soll ein neues Gaskraftwerk mit 300 MW in Irsching als "Sicherheitspuffer" laufen.

Das geplante Gaskraftwerk von Übertragungsnetzbetreiber Tennet wird als besonderes netztechnisches Betriebsmittel nicht dem Markt zur Verfügung stehen, sondern soll vom 1. Oktober 2022 an in besonderen Notsituationen wie ein "Sicherheitspuffer" für eine stabile Stromversorgung fungieren, teilt der Netzbetreiber mit. Zur Aufrechterhaltung der Systemsicherheit soll es kurzfristig einspringen können.

Gebaut und betrieben wird das 300-Megawatt-Kraftwerk von Uniper in Irsching. Tennet hatte mit den Übertragungsnetzbetreibern Amprion und Transnet BW Ende Juni 2018 die besonderen netztechnischen Betriebsmittel im Umfang von insgesamt 1200 MW technologieoffen europaweit ausgeschrieben. Die Ausschreibung erstreckt sich über vier Regionen im Süden Deutschlands, in den jeweils 300 MW Kapazität vergeben werden. Als erster von den Dreien hat Tennet nun für die Region südliches Bayern den Zuschlag erteilt.

In Irsching laufen bereits die zwei Blöcke 4 und 5 eines hochmodernen Gaskraftwerks. Da diese aber auch unter der sogenannten Netzreserveverordnung nicht profitabel betrieben werden können, haben die Eigner – Uniper, Mainova, Entega, N-Ergie – noch im April des vergangenen Jahres versucht, eine Stilllegung zu erwirken. Bisher durften beide Blöcke aus Sicht der Bundesnetzagentur (BNetzA) und des Übertragungsnetzbetreibers Tennet zur Sicherung der Netzstabilität nicht stillgelegt werden. (sg)