Am kommenden Donnerstag findet der Windenergie-Gipfel bei Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) statt.
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Verbände vor dem Windenergie-Gipfel: Ausbaubeschränkungen aufheben

"Wir fordern kein Geld", sagt Hermann Albers, Präsident des Bundesverbandes Windenergie.

Vor dem Windenergie-Gipfel bei Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) am Donnerstag haben sich Branchenverbände gegen Ausbaubeschränkungen ausgesprochen. "Um bis 2030 das Ziel zu erreichen, 65 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien zu gewinnen, müssen wir jährlich 4500 bis 5000 Megawatt Windenergie dazu bauen", sagte Hermann Albers, Präsident des Bundesverbandes Windenergie.

Das sei nur möglich, wenn Beschränkungen für den Ausbau der Windenergie aufgehoben und Genehmigungsverfahren beschleunigt würden. "Wir fordern kein Geld", sagte Albers. "Wir wollen eine positive Stimmung und Unterstützung für die Energiewende." In Niedersachsen wurden im ersten Halbjahr 2019 laut Umweltministerium nur 14 neue Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 47 Megawatt gebaut, bundesweit waren es 86 Anlagen und 287 Megawatt.

Kapazität der Onshore-Windkraft auf 200 Gigawatt erhöhen

Die Interessenverbände wollen zusätzlich zum bestehenden Ausbaupfad von 2900 Megawatt jährlich an Land weitere Windkraftwerke mit einer Kapazität von 2000 Megawatt bauen. Im laufenden Jahr werden nach dem schwachen ersten Halbjahr die Kapazitäten an Land maximal um 1500 Megawatt zunehmen. Ziel sei, die gegenwärtige Kapazität der Windkraft an Land von 53 auf rund 200 Gigawatt zu erhöhen. Das lasse sich mit moderneren und größeren Anlagen erreichen, ohne die bisherige Zahl von rund 30.000 Windrädern an Land nennenswert auszuweiten.

Zudem müssten Konflikte zwischen Klima- und Naturschutz bereinigt und Genehmigungsverfahren gestrafft werden. Gegenwärtig dauere es drei bis fünf Jahre und koste sechsstellige Beträge, bis ein Genehmigungsantrag beschieden werde. Anders argumentieren Naturschützer, die ebenfalls bei Altmaier zu Gast sind. Der Naturschutzbund Nabu will vor allem den Schutz der Tierwelt, speziell von Fledermäusen und seltenen Vögeln, gewährleistet sehen und fordert einen naturverträglichen Ausbau der Windkraft. (dpa/hil)