Die Aufsuchungsbohrungen im hessischen Trebur sind von der Überlandwerk Groß-Gerau mangels ausreichender Thermalwasservorkommen beendet worden. Bild: © Überlandwerk Groß-Gerau

Verband bedauert Stopp von Geothermie-Projekt

Das Überlandwerk Groß-Gerau hat sein Geothermie-Projekt in Trebur aufgrund von zu wenig Thermalwasser gestoppt. Verband regt Erdwärmesonde an.

„Das Scheitern des Geothermie-Projekts in Trebur ist bedauerlich. Der Mut des Überlandwerks Groß-Gerau und die vorbildhafte Öffentlichkeitsarbeit wurden leider nicht mit einer ausreichenden Fündigkeit belohnt", betonte der Präsident des Bundesverbands Geothermie Dr. Erwin Knapek. Er regte zudem Optionen der Nachnutzung der 4185 Meter tiefen Bohrung an, so könne diese etwa als tiefe Erdwärmesonde oder zu Forschungszwecken genutzt werden.

Die von den Überlandwerken Groß-Gerau (ÜWG) und ihrer Tochtergesellschaft Üwgeo GmbH östlich von Trebur Ende März gestartete Bohrung hatte in den vergangenen Tagen ihre geplante Zieltiefe erreicht. Entgegen den Erwartungen wurde allerdings nicht ausreichend Thermalwasser angetroffen. Die ÜWG, ein Tochterunternehmen der Stadtwerke Mainz, stuften daraufhin die Bohrung als nicht fündig ein. Auch auf eine zweite Bohrung verzichtet man.

ÜWG-Geschäftsführer Detlev Höhne äußerte sein Bedauern: „Unser Ziel war es, Hessens erstes Tiefengeothermiekraftwerk zu errichten, um umweltfreundlich Strom und Wärme für die Region erzeugen zu können. Leider müssen wir heute feststellen, dass wir kein ausreichendes Thermalwasser gefunden haben und das Projekt an dieser Stelle beenden müssen." Mit dieser Bohrung habe man im nördlichen Oberrheingraben Neuland betreten, berichtet der Geschäftsführer. Auch Höhne zieht eine tiefe Erdwärmesonde als Nachnutzungsoption in Erwägung, um Heizenergie etwa für angrenzende landwirtschaftliche Betriebe oder Gewerbebetriebe zu gewinnen. Er kündigte an, im Rahmen einer Informationsveranstaltung die Öffentlichkeit über die nächsten Schritte zu informieren. (mn)