Weiterer teilweise kommunaler Offshore-Windpark

Wieder ist ein Windpark unter kommunaler Beteiligung am Netz: "Sandbank". Forderungen der Offshore-Branche, den Ausbaudeckel anzuheben, werden konkret.

Vattenfall und die Stadtwerke München (SWM) haben am Sonntag den gemeinsamen Windpark "Sandbank" offiziell in Betrieb genommen. Er kommt auf eine installierte Leistung von 288 MW. Die SWM melden, dass sie jetzt mehr als die Hälfte des gesamten Strombedarfs in der Landeshauptstadt rechnerisch mit eigenem Grünstrom abdecken. Bis 2025 sollen es 100 Prozent sein, so das Ziel der seit 2008 laufenden "Ausbauoffensive Erneuerbare". Das wäre eine Weltpremiere für eine Millionenstadt. Bereits im Januar waren alle 72 Windräder fertiggestellt, und 60 speisten schon ein. Die SWM sprachen von einem "erfolgreich abgeschlossenen Großprojekt".

Insgesamt gingen im ersten Halbjahr in der deutschen See 108 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 626 MW ans Netz. Das meldeten verschiedene Einrichtungen der Offshore-Windenergiebranche am Donnerstag. Ein weiterer neuer Windpark war "Veja Mate" von einem Konsortium aus der Highland Group, Siemens Financial Services und Copenhagen Infrastructure Partners.

Niedersachsen: Weniger Deckel sind Aufgabe für Koalitionsverhandlungen

Wieder ein anderer, "Gode Wind 1+2" von Dong und dem Fonds Global Infrastructure Partners, war Ende Juni offiziell mit 582 MW aus 97 Windenergieanlagen ans Netz gegangen, die Mitte Mai sämtlich installiert waren. Bei der Feier am 26. Juni hatte Niedersachsens SPD-Wirtschaftsminister Olaf Lies als Aufgabe für die nächsten Koalitionsverhandlungen im Bund definiert, dass der Ausbaudeckel für 2020 atmet und der für 2030 fällt. Zu den Befürwortern klarer Zubaupfade gehört Bundesnetzagentur-Präsident Jochen Homann. Er hatte auf dem Jahreskongress des Verbandes BDEW im Juni argumentiert, nur so erhielten die Erneuerbaren-Ausschreibungen ein Knappheitssignal für die erwünschte Preisdegression.

Insgesamt produzierten die 1055 Anlagen in der deutschen See von Januar bis Juni mit einer Gesamtleistung von 4749 MW 8,4 MWh. Das waren schon 70 Prozent der Erzeugung im Gesamtjahr 2016.

Forderungen für höhere Mindestziele 2030 und 2035

Die Branche konkretisierte ihre Forderung nach einem Heben des deutschen Ausbaudeckels, der wegen einer befürchteten Kostenexplosion im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 2014 von 25 000 auf 15 000 MW gesenkt worden war. Sie fordert nun mindestens 20 000 MW bis 2030 und 30 000 MW oder mehr bis 2035. Dafür führt sie industriepolitische Argumente ins Feld. Die Einrichtungen verwiesen zudem erneut auf die EEG-umlagefreien Zuschläge von 1380 MW in der ersten Offshore-Auktion am 1. April. Die Forderung unterschrieben und die Statistik geliefert haben:

  • die Arbeitsgemeinschaft Offshore-Windenergie (AGOW),
  • der Bundesverband Windenergie (BWE),
  • die Stiftung Offshore-Windenergie,
  • der Ausrüsterverband VDMA Power Systems und
  • das Netzwerk WAB Windenergie-Agentur. (geo)