Wiesbadens Fernwärme aus 50 Prozent Biomasse

Rund 55 Mio. € hat die ESWE Versorgungs AG aus Wiesbaden in ein Biomasse-Heizkraftwerk investiert, in dem Alt- und Gebrauchsholz verbrannt wird.

Das neue Biomasse-Heizkraftwerk unweit des Wiesbadener Deponiegeländes produziert 50 % des Fernwärmebedarfs der Landeshauptstadt Hessens. Das sind jährlich 155 000 MWh Fernwärme und zusätzlich 65 000 MWh Strom. Dafür werden etwa 90 000 t Biomasse – größtenteils Alt- und Gebrauchsholz – verbrannt. "Das Heizkraftwerk ist ein großer Schritt für die Energieversorgung Wiesbadens und ein wichtiger Bestandteil für die Umsetzung der Energiewende", so Sven Gerich, Wiesbadens Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender der ESWE Versorgungs AG.

Die Stadt plant, bis 2020 den Anteil erneuerbarer Energien aus eigenem Anteil auf mindestens 20 % zu steigern. Ein Fünftel dieses Ziels werde nun durch die neue Anlage abgedeckt, so Dr. Ulrich Schneider, Geschäftsführer der ESWE Bio-Energie GmbH, die die ESWE, der MBA Wiesbaden GmbH und die Knettenbrech + Gurdulic Service GmbH & Co KG gründeten. Die Gesamtinvestition für das Kraftwerk beläuft sich auf 55 Mio. €.

Das Heizkraftwerk basiert auf einer modernen Dampfkessel-Technologie. Die Stromerzeugung erfolgt mit einer Dampfturbine, aus deren Niederdruckteil die Wärme für die Einspeisung in das Fernwärme-Verbundnetz der ESWE entnommen wird. Die Schadstoffreduktion erfolgt bereits im Feuerraum. Zudem dürfen lediglich 20 % des verbrannten Materials aus Biomasse stammen, die mit Chemikalien behandelt wurde. Ein mehrstufiges Filtersystem filtert bei der Verbrennung freigesetzte Schadstoffe zu nahezu 100 % aus der Luft heraus, so der Versorger. An der ESWE Versorgungs AG sind die Thüga zu 49,36 % und die 100-%ige Tochter der Landeshauptstadt, WVV Wiesbaden Holding, zu 50,62 % beteiligt. (sg)