Mit Blumen gegen die Vermaisung der Landschaften. Bild: HSE AG

Wildpflanzen als Alternative zum Mais

Nicht enden wollende Diskussionen über "Tank und Teller" und die Vermaisung der Landschaft machen Alternativen für Biogasanlagen zunehmend attraktiver.

Daher prüft die HEAG Südhessische Energie AG (HSE) derzeit die Eignung von Wildpflanzen für die Biogasproduktion. Auf einer rd. 1,5 ha großen Wiese in Rheinheim/Ueberau (nähe Darmstadt) hat das Unternehmen 25 unterschiedliche Arten von Wildpflanzen, darunter Buchweizen, Färberkamille oder Steinklee säen lassen. In dem Pilotprojekt will man herausfinden, wie Ernte, Transport, Lagerung, Silage und Vergärung der Wildpflanzen sowie die Anlage am Besten funktioniert.

Der Anbau von Wildpflanzen bietet den Vorteil, dass die Pflanzenmischung nur einmal gesät werden muss und dann mindestens fünf Jahre gemäht werden kann. Zudem verschönert sich das Landschaftsbild und die Biodiversität bleibt erhalten. Kleinen Tieren wie Igeln, Mäusen, Hasen und Vögeln bieten die Pflanzen schützenden Lebensraum. Ebenso finden die mittlerweile stark zurückgehenden Bienenpopulationen Nahrung in den Blüten der Pflanzen.

Gespannt ist man nun bei dem Pilotprojekt auf den Bioergasertrag im Vergleich zu Mais. Labortests hätten ergeben, dass Wildpflanzen ausreichend Biogas liefern. Nun wolle man die Praxis abwarten.

Die N-Ergie aus Nürnberg kann bereits auf solche Praxiserfahrungen zurückblicken. Dort wird in Gollhofen-Ippesheim (nahe Würzburg) im Herbst auf zwei insgesamt ein Hektar großen Feldern bereits die zweite Wildpflanzenernte eingefahren. Allerdings ist der Ertrag an Biogas bisher 20% geringer als der von Mais, teilte N-Ergie mit. Hinzu käme, dass das Saatgut für die Pflanzenmischung etwas teurer ausfalle als bei Mais. In Anbetracht dessen, dass die Wildpflanzen nur einmal in fünf Jahren ausgesät werden, ist der Arbeitsaufwand allerdings dementsprechend  geringer als beim Maisanbau. Zudem wird der Boden bei den Wildpflanzen innerhalb dieses Zeitraums nicht mechanisch bearbeitet, so dass die Nitratauswaschungen des Bodens geringer ausfallen als bei herkömmlicher Ackerbaunutzung. (sg)

siehe hierzu auch den Artikel "Energie mit wilden Pflanzen"