Die Stromproduktion aus Windenergie an Land in Schleswig-Holstein soll bis 2025 von 6,5 auf 10 Gigawatt steigen. Die Zahl der Windkraftanlagen allerdings nur um bis zu 500 auf rund 3600. Bild: Rainer Sturm / pixelio.de

Wind: Trotz Einbruch immer noch Spitzenwerte

Im ersten Halbjahr liegt der Netto-Zubau für die Windkraft an Land bei 1093 MW – ein Rückgang von einem Drittel und dennoch der zweitbeste Wert bislang.

Laut den Zahlen des Bundesverbands Windenergie (BWE) und VDMA Power Systems ist in Deutschland eine Windenergie-Leistung von netto rund 1093 MW zugebaut worden. Das entspricht einem Drittel (34 %) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit dem Rekordwert von 1659 MW. Dennoch werten BWE und VDMA Power Systems das vergangene Halbjahr als eines der zweitbesten der Geschichte der Windenergie in Deutschland. Nimmt man die Leistung der im ersten Halbjahr abgebauten und ersetzten Anlagen von 92 MW hinzu, so ergibt sich ein Bruttozubau von 1185 MW.

VDMA Power Systems erwartet ein starkes zweites Halbjahr und einen Jahreszubau von netto 4000–4500 MW Leistung. Das ergebe eine Gesamtleistung der Windenergie an Land von mindestens 42 000 MW am Ende des Jahres.

Wie bereits im Vorjahr stellt Schleswig-Holstein mit 333 MW (28 %) über ein Viertel der im betrachteten Zeitraum installierten Leistung (Brutto-Zubau). In Brandenburg wurden 171 MW errichtet, damit überholt das Bundesland Niedersachsen, das mit 137 MW an dritter Stelle folgt. Die drei Bundesländer vereinen über die Hälfte (54 %) des Zubaus im ersten Halbjahr diesen Jahres. Nordrhein-Westfalen verzeichnete mit 113 MW und einem Anteil von 9,5 % am Zubau eine deutliche Steigerung. Auf Platz fünf und sechs folgen mit Bayern (94 MW) und Rheinland-Pfalz (82 MW) zwei südliche Bundesländer. Die übrigen zehn stellen zusammen 254 MW und damit 21,5 % des Halbjahreszubaus, wobei in Bremen und Berlin im ersten Halbjahr keine Anlage installiert wurde.

Die durchschnittliche Anlagenleistung variiert zwischen 2000 kW in Hamburg und 2958 kW in Mecklenburg-Vorpommern. Vor allem in den Bundesländern in der Mitte von Deutschland wurden WEA mit eher geringer Leistung installiert, während im Norden und Süden eher größere Generatoren zum Einsatz kommen, ergeben die Auswertungen.

Der durchschnittliche Rotordurchmesser liegt zwischen 88 m in Sachsen und 119 m in Hessen. Im Süden würden dabei im Schnitt größere Rotordurchmesser installiert als in der Mitte und im Norden.

Die Durchschnittliche Nabenhöhe der im ersten Halbjahr installierten WEA beträgt zwischen 94 m in Schleswig-Holstein und 144 m in Baden-Württemberg. In der Mitte und besonders im Süden Deutschlands werden deutlich höhere Türme errichtet als im Norden. Besonders in Schleswig-Holstein, wo deutlich niedrigere Nabenhöhen installiert werden als in den übrigen Bundesländern.

Die spezifische Flächenleistung liegt zwischen 224 W/m2 in Hessen und 382 W/m2 in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Im Norden wird im Schnitt eine deutlich höhere spezifische Flächenleistung installiert als im Süden des Landes, wo eher Schwachwindtypen mit geringer spezifischer Flächenleistung zum Einsatz kommen. (sg)