Einer der ersten großen Batteriespeicher in Zusammenhang mit Photovoltaik war die Anlage im 1997 erbauten Energiepark Mont-Cenis. Die 816 Einzelbatterien haben eine Leistung von 1,2 MW. Bild: Stadtwerke Herne

Zur Stabilisierung der Netze

Die Universität Lübeck entwickelt zusammen mit der Wirtschaft ein Steuerungssystem für dezentrale Energiespeicher.

Einen entscheidenden Beitrag zur Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energien könnten Energiespeicher leisten. Die Universität Lübeck hat nun zusammen mit Wirtschaftsunternehmen das Projekt „Zentralisiertes Lithium-Speicher-Monitoring“ (ZeLiM) aus der Taufe gehoben. Ziel ist, ein Computersystem zur Überwachung und Steuerung von Energiespeichern zu entwickeln.

Das Institut für Softwaretechnik und Programmiersprachen der Universität zu Lübeck wird für die Entwicklung des Systems zuständig sein. Die Arbeit findet in Kooperation mit der ecc Repenning GmbH statt. Die Firma versorgt die Region Schleswig-Holstein mit Energiespeichern. Das Projekt wird durch die Gesellschaft für Energie und Klimaschutz Schleswig-Holstein GmbH mit etwa 120 000 € gefördert.

Hochkapazitive Lithium-Eisenphosphat-Speicher, die an regenerative Energieproduzenten, aber auch an Blockheizkraftwerke angeschlossen werden, können einen entscheidenden Beitrag zur Stabilisierung des Stromnetzes bieten. Zur Steuerung der dezentral platzierten Energiespeicher müssen Daten über Wettervorhersagen und Verbrauchsprognosen mit Daten über die Kapazität und den Ladezustand der Energiespeicher verknüpft werden. Die Aufgabe der Universität im Projekt „ZeLiM“ liegt in der Entwicklung eines Computersystems zur Überwachung und Steuerung der Energiespeicher.

Langfristig wird die Zusammenlegung von mehreren Energiespeichern zu einem virtuellen Kraftwerk möglich. Die Technik ermöglicht es hierdurch der Region Schleswig-Holstein, die über eine Vielzahl an Windkraftanlagen verfügt, eine Versorgung mit Strom aus regenerativen Energien tagtäglich zu garantieren. Neben der Fördersumme von 120 000 € von der Gesellschaft für Energie und Klimaschutz Schleswig-Holstein GmbH bringen die Kooperationspartner Eigenmittel in das Projekt ein. Insgesamt stehen den Forschern dann etwa 200 000 € für die Entwicklung des neuen Computersystems zur Verfügung. (al)