Die drei deutschen Solarunternehmen Heckert Solar, Wattkraft und Interfloat wollen offenbar eine eigene Photovoltaikproduktion in Deutschland aufbauen, von der Zellfertigung bis zum Solarmodul. Dafür habe man sich nun für eine Förderung beim Bundeswirtschaftsministerium beworben, wie die Unternehmen mitteilten.
Der Chemnitzer Modulhersteller Heckert Solar produziert nach eigenen Angaben seit 20 Jahren ausschließlich in Deutschland. Aber das Unternehmen könne nicht mit den Preisen der chinesischen Hersteller mithalten, sagte Markus Träger, Technikchef des Modulherstellers dem "Handelsblatt". Heckert Solar bezieht seine Solarzellen, wie die meisten Firmen in Deutschland, aus China.
Heimische Solarindustrie
Um gegen ausländische Marktanbieter zu bestehen, hat sich das Unternehmen daher zu einem Konsortium mit Wattkraft und Interfloat zusammengeschlossen. Das brandenburgische Unternehmen Interfloat ist der letzte Solarglashersteller Europas, gehört mittlerweile aber mehrheitlich zum indischen Unternehmen Borosil.
Die Partner hoffen demnach auf eine Förderung aus dem Bundeswirtschaftsministerium (BMWK). Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hatte angekündigt, in Deutschland Produktionskapazitäten in der Solarindustrie auf- oder ausbauen wollen. Dazu soll eine Förderung auf den Weg gebracht werden. (Die ZfK berichtete)
Produktion ab 2026
Wie das "Handelsblatt" weiter berichtet, würden die Pläne der drei Solarunternehmen rund zwei Mrd. Euro kosten. Den Großteil davon müsste wohl der Bund zahlen. Ab 2026 könnte die Produktion demnach anlaufen.
Das Konsortium will den Förderantrag bereits eingereicht haben und wartet nun auf eine Rückmeldung. Derweil hat das schweizerische Unternehmen Meyer-Burger angekündigt, seine Produktion stärker auf die USA konzentrieren zu wollen. (jk)
