Strom

Erneuerbare dominieren Strommix: Wind und PV setzen Kohle weiter unter Druck

Nie war der Erneuerbaren-Anteil im dritten Jahresquartal so hoch wie 2025. Auch die Stromimporte gehen weiter zurück.
08.12.2025

Wind- und Solarenergie prägten im dritten Quartal 2025 die Stromerzeugung in Deutschland. (Symbolbild)

Von Julian Korb

Die deutsche Stromerzeugung hat im dritten Quartal 2025 einen neuen Meilenstein erreicht: Mit rund 98 Milliarden Kilowattstunden (kWh) lag die Einspeisung um zwei Prozent über dem Vorjahreswert. Vor allem die erneuerbaren Energien trugen zu diesem Wachstum bei. Ihr Anteil kletterte auf rund 64 Prozent – ein Rekordwert für ein drittes Quartal.

Die Windkraft bleibt der dominante Energieträger in Deutschland. Mit einem Plus von gut 10 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum erreichte sie einen Anteil von knapp 27 Prozent an der gesamten inländischen Stromerzeugung.

Kohle verliert, Gas gewinnt

Auch die Photovoltaik legte um rund 3 Prozent zu und steuerte rund 24 Prozent zur Stromproduktion bei. Beide Technologien erzielten damit neue Höchststände für ein drittes Quartal – begünstigt durch den fortgesetzten Ausbau der Anlagen.

Gemeinsam erzeugten Windkraft und Photovoltaik damit über die Hälfte des deutschen Stroms. Sie verweisen konventionelle Energieträger deutlich auf die hinteren Plätze.

Am deutlichsten zeigt sich dies im Rückgang der Kohleverstromung. Diese sank um rund 2 Prozent und kam nur noch auf einen Anteil von knapp 21 Prozent. Der Abwärtstrend der vergangenen Jahre setzt sich damit fort: 2022 lag der Kohleanteil im dritten Quartal noch bei rund 36 Prozent, 2023 bei rund 23 Prozent und 2024 bei knapp 22 Prozent.

Erdgas hingegen verzeichnete einen Anstieg um etwa acht Prozent und erreichte einen Anteil von zwölf Prozent am Erzeugungsmix. Es bleibt damit wichtiger konventioneller Energieträger, aber klar hinter Wind, Photovoltaik und Kohle zurück.

Deutschland exportiert mehr – Importe sinken deutlich

Auch der grenzüberschreitende Stromhandel entwickelte sich dynamisch. Die Importe sanken um knapp zwölf Prozent auf gut 20 Milliarden kWh, während die Exporte um knapp sechs Prozent auf knapp 13 Milliarden kWh stiegen.

Der Importüberschuss verringerte sich damit deutlich um rund 30 Prozent auf rund acht Milliarden kWh. Dies unterstreicht die wachsende Stabilität des heimischen Stromsystems, das zunehmend durch erneuerbare Energien getragen wird.