Deutschlands Stromimporte 2025: Überblick mit 9 Grafiken

Blick auf das Vattenfall-Wasserkraftwerk Tuggen. Auch aus Schweden importiert Deutschland Strom.
Bild: © Vattenfall
Von Andreas Baumer
Das Interesse war groß, als Deutschland im Jahr 2024 die größten Netto-Stromimporte überhaupt verzeichnete. Mehr als 28 Terawattstunden (TWh) wurden nach Abzug der Exportmengen nach Deutschland geliefert – so viel wie noch nie zuvor. Erst das Jahr zuvor hatte die Bundesrepublik mehr Strom im- als exportiert. Noch in den 2010er-Jahren hatte Deutschland jedes Jahrs aufs Neue hohe Stromexportüberschüsse gemeldet.
Wichtig dabei: Wenn Strom von Deutschland importiert wird, heißt das in aller Regel nicht, dass Deutschland den benötigten Strom nicht selbst produzieren könnte. Vielmehr haben sich in diesen Fällen günstigere ausländische Stromproduzenten gegenüber teureren heimischen, fossilen Kraftwerken durchgesetzt.
Eine ausführliche Analyse der Strommarktzahlen 2025 finden Sie hier. Im Folgenden sehen Sie eine Auswahl an Grafiken zu Stromverbrauch, Erneuerbaren-Anteil, Fossilen-Anteil und Stromimporten mit kurzer Einordnung.
1. Stromimporte
Deutschland festigte im vergangenen Jahr seine Position als Netto-Stromimporteur. Anders als im Vorjahr stieg wieder Dänemark zum größten Netto-Stromlieferanten der Bunesrepublik auf. 2024 hatte diesen Rang noch Frankreich inne.
Ein Blick nach Europa zeigt, dass andere Länder noch deutlich mehr Strom importieren. Das Vereinigte Königreich und Italien beziehen vor allem von Frankreich Strom.
2. Stromverbrauch
Deutschlands Stromverbrauch stagniert. Wer durch das öffentliche Netz geflossenen Strom und Eigenverbrauch im vergangenen Jahr zusammenrechnet, kommt nach Angaben der Fraunhofer-Plattform Energy-Charts auf rund 495 Terawattstunden (TWh). Das entspricht dem Vorjahreswert.
Zum Vergleich: In den 2010er-Jahren lag der Stromverbrauch noch deutlich über 500 TWh. Eigentlich waren Experten davon ausgegangen, dass der Stromverbrauch nach Corona- und Energiekrisen-Delle wieder steigt. Schließlich sollten immer mehr Wärmepumpen, Elektroautos und Industriezweige als neue Stromverbraucher hinzukommen. Das ist aber nicht in dem politisch gewünschten Maße passiert.
3. Erneuerbare Energien
Erneuerbare Energien haben das dritte Jahr in Folge mehr als die Hälfte des öffentlichen Nettostroms erzeugt. Diesmal waren es 62 Prozent. Nimmt man alle Stromerzeugungsanlagen hinzu, also auch die hauptsächlich erdgasbasierte industrielle Eigenproduktion, sinkt der Anteil auf immer noch hohe 59 Prozent.
Einen neuen Rekordwert verzeichneten dabei erneut Photovoltaik-Anlagen. Demgegenüber war die Windkraftproduktion witterungsbedingt das zweite Jahre in Folge rückläufig. Hier ist zudem spürbar, dass der Windkraftausbau in den vergangenen Jahren nur noch langsam voranging.
Auch die Biomasse strauchelte im vergangenen Jahr. So wenig wie diesmal (36 TWh) wurde das letzte Mal im Jahr 2013 ins öffentliche Netz eingespeist.
In Summe entfernen sich die Grünstrommengen von den politischen Zielvorgaben, die im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verankert sind. Demnach hätten im vergangenen Jahr 346 TWh Strom durch erneuerbare Energien erzeugt werden sollen. Laut Energy-Charts betrug die gesamte Nettostromerzeugung aus erneuerbaren Energien 282 TWh.
4. Fossile Energien
Aus Klimaschutzsicht war 2025 ein durchwachsenes Jahr auf dem Strommarkt. Die Braunkohleverstromung sank auf einen neuen Tiefstwert. Im Technologien-Ranking zog die Photovoltaik vorbei. Die Steinkohleverstromung ging im Jahresvergleich nur leicht nach oben.
Den deutlichsten Sprung nach oben machte dagegen die Erdgasverstromung. Nach Energy-Charts-Daten speisten Erdgaskraftwerke 20 Prozent mehr Strom als im Vorjahr ins öffentliche Netz ein. Ausgedehnte Dunkelflauten, etwa zu Jahresbeginn, sowie vergleichsweise billiges Erdgas begünstigten Erdgaskraftwerke.
Bemerkenswert ist die Diskrepanz zu Erdgaskraftwerken, die industriell genutzt werden und nicht ins öffentliche Netz einspeisen. Die Eigenerzeugung sank auf 26 TWh – das ist der niedrigste Wert seit 2013.

