Verbund einigt sich mit Energie Steiermark

Im lange schwelenden Streit um die Fernwärmelieferung haben beide Parteien eine Lösung gefunden. Es geht um den Kraftwerkestandort Mellach.

Der Verbund hatte schon 2013 bekannt gegeben, man werde sich von seinen fossilen Kraftwerken trennen und sich auf erneuerbare Energieträger fokussieren. Doch so einfach war es nicht: Das Gas- und Steinkohlekraftwerk am Standort Mellach machten Probleme. Gegen deren Stilllegung hat die Energie Steiermark eine Verfügung erwirkt.

Streitpunkt war eine eindeutige vertragliche Garantie des Verbundes vom Dezember 2013, die nötige Fernwärme für die steirischen Kunden im Großraum Graz bis 2020 sicher zu liefern. Die Energie Steiermark verwies darauf, dass mit dem Wegfall der beiden Kraftwerke keine entsprechende Reservekapazität mehr vorhanden sei. Das war im September 2014.

Ein Jahr später hatte das Schiedsgericht am Bezirksgericht Graz entschieden, dass der Verbund keine Verpflichtung zur Bereithaltung einer Ausfallreserve habe. Der Verbund gab bekannt, man werde "sämtliche Optionen" für Mellach prüfen, einschließlich dessen Verkauf.

Als größtes Problem gelte das Gaskraftwerk, das für 550 Mio Euro gebaut wurde, aber inzwischen wegen der hohen Gas- und niedrigen Strompreise nicht wirtschaftlich betrieben werden kann, schreibt "die Presse". Es sei inzwischen auf 17 Mio. Euro abgeschrieben.

Interessenten soll es laut dem Blatt genug geben, darunter soll sich auch die Steag befinden. Einen Verkauf gab es bislang noch nicht.

Nun hat der Verbund bekannt gegeben, man habe sich mit der Energie Steiermark AG in der Causa Fernwärmeliefervertrag geeinigt. In diesem Zusammenhang wird der Verbund eine Heizkesselanlage am Standort Mellach errichten, die dazu dient, den Vertrag zu erfüllen.

Das Steinkohlekraftwerk Mellach soll nun vor 2020 stillgelegt werden. Für das Gas-Kombikraftwerk Mellach hingegen wolle man weiterhin alle Optionen evaluieren. Über die Details der Bereinigung haben beide Parteien Stillschweigen vereinbart.

Der Verbund erhöhte nach dieser Bekanntgabe seine Ergebnisprognose für 2016: So soll das Ergebnis (Ebitda) von bisher prognostizierten 980 Mio. auf 1,010 Mrd. Euro steigen, das Konzernergebnis von 385 auf 410 Mio. Euro. (sg)