Abwasser-Fäultürme in denen Methan entsteht. Daraus kann Strom erzeugt werden.
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Wärmeversorgung: Doppelte Wege vermeiden

Die baden-württembergische Gemeinde Ilsfeld nutzt ihr Abwasser zur Wärmeversorgung. Dabei hat sie selbst von anderen gelernt und möchte das Wissen nun weitergeben.

Die 9000-Einwohner-Gemeinde Ilsfeld in Baden-Württemberg macht vor, wie Abwasser genutzt werden kann, um eine umweltfreundliche und sichere Wärmeversorgung zu garantieren. Ausgangspunkt der Abwasserwärmenutzung ist die Kläranlage im Stadtteil Schozachtal, die mittels einer Wärmepumpe dem Abwasser Wärme entzieht und diese in das Nahwärmenetz einspeist, zeigte die Agentur für erneuerbare Energien das kommunale Beispiel auf.

Den für die Wärmepumpe benötigten Strom erzeugt das eigene Blockheizkraftwerk der Klärwerke. Dieses wird mit dem entstehenden Methangas des Faulgasturms betrieben. Allein im Faulgasturm werden derzeit aus Klärschlamm 500.000 kWh Strom erzeugt. Der Kreis schließt sich beim Blockheizkraftwerk, dessen Abwärme im Wärmenetz genutzt wird. Die Wärme gelangt dann über ein Nahwärmenetz in private Haushalte, öffentliche Gebäude sowie in Industrie- und Gewerbegebiete.

Voneinander lernen

Haushalte und Industrie brauchen täglich Wasser. Oft wird es dabei erwärmt und nach Gebrauch in das Abwasser gegeben. Wärmepumpen sind in der Lage, die Wärme des Abwassers effizient zum Heizen oder Kühlen größerer Gebäude und Wohnsiedlungen zu nutzen. Das Potenzial ist beachtlich: zehn Prozent aller Gebäude könnten damit versorgt werden.

"Es geht darum, keine Angst vor Veränderung zu haben – es gibt viele Lösungen und es ist Zeit, endlich anzufangen", sagt Ilsfelds Bürgermeister Thomas Knödler. Fehler müssten nicht mehrmals gemacht werden, denn Kommunen können voneinander lernen. Die Idee für das Nahwärmeprojekt entstand durch die Vor-Ort-Besichtigung eines Netzes in Möggingen am Bodensee. Weil Knödler selbst vom Wissen anderer profitiert hat, erklärt er einmal monatlich externen Gemeinderäten, wie die kommunale Wärmewende in Ilsfeld funktioniert. (ab)