Der Umweltminister Schleswig-Holsteins hat sich für eine Nutzungspflicht von erneuerbaren Energien in der Wärmeversorgung bereits bestehender Häuser ausgesprochen.
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Schleswig-Holstein: Verbände gegen geplante Pflicht für erneuerbare Energien

Den CO2-Preis will die Wohnungswirtschaft mittragen. Eine Nutzungspflicht von erneuerbaren Energien in Gebäuden halten die Verbände aber für schädlich.

Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) und der Eigentümerverband Haus & Grund haben Pläne für eine Pflicht zur Nutzung erneuerbarer Energien bei der Wärmeversorgung kritisiert.

"Offenbar hat der Umweltminister nicht genug Vertrauen in die CO2-Bepreisung und will stattdessen die ordnungsrechtliche Brechstange herausholen", sagte VNW-Verbandsdirektor Andreas Breitner am Freitag. Den CO2-Preis trage die Wohnungswirtschaft mit, weil sich Investitionen in den Klimaschutz auszahlen könnten.

Umwelt- und Energieminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) will 2021 ein überarbeitetes Energiewende- und Klimaschutzgesetz vorlegen und Ziele zur Senkung der Treibhausgasemissionen festschreiben. "Damit uns der flächendeckende Einstieg in die emissionsfreie Wärmeversorgung gelingt, wollen wir bei allen neuen Heizungsanlagen – auch im Bestand – einen Mindestanteil von erneuerbaren Energien einfordern", sagte Albrecht im Landtag.

Verbände befürchten Rückgang von Investitionen

Die Regierung plant analog zur bestehenden Regel beim Neubau eine Nutzungspflicht von erneuerbaren Energien in der Wärmeversorgung bereits stehender Häuser. Beim Austausch einer Heizungsanlage in Gebäuden, die vor 2009 gebaut wurden, sind danach mindestens 15 Prozent des jährlichen Energiebedarfs durch erneuerbare Energien zu decken.

Breitner kritisierte, bei einer Pflicht werde im Ergebnis weniger in grüne Energie investiert. "Das ist die logische Konsequenz, wie Erfahrungen mit entsprechenden Regelungen in Baden-Württemberg zeigen." Dort hätten Immobilieneigentümer alte Heizungsanlagen schlicht nicht mehr ausgetauscht. "Schlussendlich schadete die Regelung der Umwelt mehr als sie nützte." (dpa/jk)