Idyllisch – die Hafenstadt in Hamburg Bild: © Lisa Schwarz/Pixelio

Fernwärme: Hamburg Energie plant intelligentes Netz 4.0

Am meisten Energie verbrauchen die Deutschen für Heizung und Warmwasser, erzeugt aus Kohle, Gas und Öl. Dort liegt das größte Potenzial für Einsparungen – gerade mit smarter Technologie. In Hamburg soll das Potenzial gehoben werden.

Der Stadtteil Wilhelmsburg schließt an den Hafen der Hansestadt Hamburg an, er liegt südlich der Elbe. Dort gibt es bereits einen Energieverbund und das Wärmenetz des „Energiebunkers“. Der städtische Ökostromversorger Hamburg Energie prüft jetzt im Rahmen des Fördermittelprogramms „Wärmenetze 4.0“ die Machbarkeit einer intelligenten Wärmeinfrastruktur, die die bestehenden Netze ergänzen kann.

In Wilhelmsburg soll damit ein Wärmenetz der neuen Generation entstehen. Ziel ist es, eine örtliche Wärmeinfrastruktur aufzubauen, die Bestands- sowie Neubauten zum größten Teil mit Wärme aus erneuerbaren Energien versorgt. Dieses Netz soll in der Lage sein, die Wärme flexibel und effizient bereitzustellen.

Know-how bei intelligenter Fernwärmesteuerung

Hamburg-Energie-Geschäftsführer Michael Prinz preist die Erkenntnisse, die aus dem intelligenten Wärmenetz-Projekt „Smart Heat Grid Hamburg“ stammen. Damit habe Hamburg bereits vom Start weg erfolgversprechende Standards für das neue Projekt festgelegt: „Diese wenden wir im nächsten Schritt auf die bestehende Wärmeversorgung in Hamburg-Wilhelmsburg an.“ Man habe so die Möglichkeit, das Know-how bei der intelligenten Fernwärmesteuerung auch im größeren Maßstab auszubauen.

Erzeuger und Abnehmer sollen innerhalb eines Netzes intelligent miteinander verbunden werden. Die Anordnung der Wärmeabnehmer spielt dabei eine Rolle: Neubauten werden im Wärmenetz hinter Bestandsgebäude geschaltet. Rücklauftemperaturen aus dem Gebäudebestand sind in der Regel noch hoch genug, um direkt den nachgeschalteten Neubau beheizen zu können. So geht die vorhandene Wärme nicht mehr ungenutzt ins Wärmenetz zurück.

Neueste Technik wird ausgeschöpft

Jede Komponente des Systems wird geprüft und optimiert, zusätzlich werden Speicher integriert, um überschüssige Wärme erst bei Bedarf den Abnehmern bereitstellen zu können. „Wir prüfen bereits weitere Potenziale wie beispielsweise saisonale Speicher wie einen Aquifer oder auch die tiefe Geothermie zur Wärmeerzeugung“, so Prinz, „industrielle Abwärme soll ebenfalls ein Baustein innerhalb der netzgebundenen Wärmeversorgung sein, um Wilhelmsburg unabhängiger von fossilen und endlichen Brennstoffen zu machen.“ (sig)