Die neue Brennstoffzellen-Technologie Elcore 2400 Bild: Thüga AG

Neue Brennstoffzellentechnik für Haushalte

Sieben Unternehmen der Thüga-Gruppe prüfen ein Jahr lang in einem Feldtest Brennstoffzellen des Typs Elcore 2400.

Mit der neuen Technologie können Kunden bis zur Hälfte ihres Stroms und bis zu einem Drittel ihres Wärmebedarfs selbst erzeugen. Erste Zellen wurden bereits im Frühjahr bei Kunden der ESWE Versorgungs AG in Wiesbaden und der Badenova in Freiburg installiert. Die Kommunalversorger Halberstadtwerke, Stadtwerke Langenfeld, Stadtwerke Stade, Thüga Energienetze in Schifferstadt und Stadtwerke Pforzheim wollen bis Mitte des Jahres nachziehen.

Die Anlage wandelt mit Hilfe eines sogenannten „Reformers” zunächst Erdgas in Wasserstoff um. Danach gewinnt die Brennstoffzelle mittels Elektrolyse Elektrizität und Wärme aus der im Wasserstoff gespeicherten Energie. Es soll nun u. a. getestet werden, wie hoch der Anteil von selbst erzeugtem Strom und Wärme an der Gesamtversorgung eines Einfamilienhaushaltes ist. „Gerade bei der dezentralen Energieerzeugung werden künftig auch Brennstoffzellen eine Rolle spielen”, erklärt Michael Riechel, Mitglied des Vorstands der Thüga AG.

Dabei erzeugt die Elcore 2400 mit 2400 kWh den jährlichen Grundlaststrombedarf eines durchschnittlichen Einfamilienhauses. Sie liefert zudem etwa ein Drittel des jährlichen Wärmebedarfs (Brauchwasser). Das Gerät hat ungefähr die Größe eines Wasserboilers (90 X 50 X 50 cm) und wiegt 60 kg. Voraussetzung für den Betrieb sind ein Strom- und ein Gasanschluss. Die Technologie gilt als besonders klimaschonend, weil die Zelle ihre Energie chemisch erzeugt und im Gegensatz zur Gastherme kein Gas verbrennt.

Die Unternehmen der Thüga AG haben mittlerweile mehr oder weniger alle Leistungsklassen der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) in ihrem Portfolio: von Kraftwerken und großen Blockheizkraftwerken (BHKW) über Mini- und Mikro-BHKW bis hin zur Brennstoffzellentechnik. Zurzeit befinden sich deutschlandweit verschiedene Geräte in der Optimierungs- und Testphase. Da das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz den Einsatz von erneuerbaren Energien oder KWK für Neubauten vorschreibt, ist die Brennstoffzellen-Technologie eine interessante Alternative. Die Selbstversorgung an sich ist bereits wirtschaftlicher, zusätzlich fördert der Bund selbstproduzierten Strom mit 5 ct/kWh. (msz)