Hallenbad wird mobil mit Wärme versorgt

Durch eine innovative Wärmeversorgung zeichnet sich das Toeppersee-Hallenbad in Duisburg aus.

Das Hallenbad am Toeppersee in Duisburg wird mit Wärme aus der Kokerei Prosper in Bottrop per Lastwagen im Container versorgt. NRW-Klimaschutzminister Johannes Remmel äußerte sich bei einem Besuch im Dezember begeistert: „Hallenbäder stellen aufgrund ihres Energiebedarfs eine erhebliche Belastung für die kommunalen Haushalte dar. Wenn auf kluge Weise die Energiekosten gesenkt werden, dann sichert das den Erhalt des Bades. Wenn das auch noch klimaverträglich geschieht, dann nenne ich das eine zukunftsfähige Lösung.”

Energiemeister Helmut Ternes von der Betreibergesellschaft "Duisburg Sport" stieß auf diese Art der Wärmenutzung während der Suche nach Einsparpotentialen und knüpfte den Kontakt zur Dortmunder Anbieterfirma "La Therm GmbH". Dabei verfügt das im Jahr 2010 errichtete Bad selbst über zwei Erdgaskessel mit einer Leistung von 1400 bzw. 1700 kW. Diese werden wechselseitig betrieben.

Bei der mobilen Abwärmenutzung wird Abwärme, die beispielsweise aus einem Industrieprozess stammt, in einen Latentwärmespeicher geleitet, der wiederum in einem mobilen Container untergebracht ist. Die Firma "La Therm" nutzt als Wärmespeicher Container mit dem Salz Natriumacetat. Dabei handelt es sich um einen ungefährlichen, bei Umgebungstemperatur festen Lebensmittel-Zusatzstoff. Durch die Zufuhr von Wärme verflüssigt sich das Salz und wird bis auf ca. 100 °C aufgeheizt. Ein Container kann dabei eine Wärmemenge von 2,5 MWh speichern und wiegt dabei rd. 28 t. Beim Verbraucher kann die Wärme dann wieder mit einer Leistung von etwa 125 kW entnommen werden. Da die Kristallisationstemperatur des Salzes bei etwa 58 °C liegt, sind Entnahmetemperaturen von max. 55 °C möglich. Je nach Witterung ist der Container nach 30 bis 36 Stunden entleert und muss gewechselt werden.

Das Duisburger Bad deckt so etwa ein Drittel der benötigten Wärmemengen, wobei zunächst nur die Beckenwassererwärmung an das neue Wärmesystem angebunden wurde. Die Beheizung des Hallenbades und die Erwärmung des Duschwassers erfolgen hingegen weiterhin durch die vorhandenen Heizkessel. Die Amortisationszeit für die notwendigen Umbaumaßnahmen (Umbaukosten für Wärmetauscher, Verrohrungen und Containerstellplatz) in Höhe von 22 000 € liegt bei rd. 3 Jahren.

Da die Abwärme andernfalls mit zusätzlichem Energieaufwand abgeführt werden müsste, verursacht sie keine zusätzlichen CO2-Emissionen. Insgesamt kann der CO2-Ausstoß so um 130 t/a reduziert werden. Die Containerfahrten schlagen mit lediglich 13 t CO2/a zu Buche. (msz)