Sollen die Klimaziele eingehalten werden, spielen Wärmepumpen eine gewichtige Rolle. Der Bundesverband Wärmepumpe geht von bis zu 8 Mio. Wärmepumpen bis 2030 aus – um die Ziel zu erreichen. Bild: © Henrik Gerold Vogel/pixelio.de

Absatz von Wärmepumpen 2018 deutlich gestiegen

Die Branche zeigt sich zufrieden, Fachleute schätzen das Marktpotential allerdings noch weitaus größer ein.

84.000 Heizungswärmepumpen wurden im vergangenen Jahr verkauft – eine Steigerung von acht Prozent gegenüber 2017. 60.500 Luftwärmepumpen kamen hinzu, das entspricht einer Steigerung von zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Splitgeräte konnten sogar um 15 Prozent zulegen, 27.500 Stück wurden verkauft. Bei den Monoblockgeräten fiel das Wachstum mit sechs Prozent etwas geringer aus. Erdgekoppelte Systeme legten mit 23.500 Geräten gegenüber dem Vorjahr um zwei Prozent zu.

Aus den gemeinsam mit dem Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie erhobenen Zahlen ergibt sich neben diesen Steigerungen, dass 2018 auch der Absatz von Warmwasserwärmepumpen um elf Prozent kletterte: 15.000 Geräte wurden verkauft. Für das laufende Jahr rechnet der Verband mit einer Fortsetzung des Wachstumstrends. Allerdings bleibt diese Steigerung mit Blick auf den Klimaschutz und die entsprechenden Zielsetzungen noch weit hinter den eigentlich festgestellten Notwendigkeiten zurück.

Markt für Wärmepumpen – ein noch nicht erwachter Riese

Heizkessel, die über 30 Jahre alt sind, müssen laut EnEV in der Regel ausgetauscht werden. Das wären allein in diesem Jahr etwa eine Million Geräte. "Der Trend geht aber nach wie vor zum Austausch des alten Ölkessels durch eine moderne Gas- oder Öl-Brennwertheizung. Das liegt insbesondere daran, dass es durch den hohen Strompreis nach wie vor wenig Anreize für den Abschied von fossilen Energieträgern im Wärmemarkt gibt", erläutert BWP-Geschäftsführer Martin Sabel.

"Die Klimaschutzziele und die Umsetzung von Maßnahmen, die den Klimawandel aufhalten, haben in der Politik keine Priorität", so Sabel. Die Wärmepumpen-Hersteller stünden längst in den Startlöchern für einen Markthochlauf, der den wissenschaftlichen Prognosen entspricht. Die Experten gehen dabei von rund 4 bis 8 Millionen Wärmepumpen bis 2030 und rund 8 bis 17 Millionen bis 2050 aus. Diese werden benötigt, damit Deutschland seine Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaabkommen erfüllen will. Das Potenzial – insbesondere im Gebäudebestand – ist also noch lange nicht ausgeschöpft.

Handwerk: Maßnahmen zwingend erforderlich

Auch für das Handwerk müssen angesichts dessen Anreize geschaffen werden. "Vor allem darf der Fachkräftemangel im SHK-und Brunnenbau-Sektor nicht zur Bremse für die Wärmewende werden", mahnt Sabel. Laut der Prognos-Studie "Fachkräftebedarf für die Energiewende in Gebäuden" vergrößert sich die SHK-Fachhandwerkerlücke aufgrund des gesteigerten Sanierungsbedarfs durch die Energiewende insgesamt um mindestens 50 Prozent. Nach der Prognose fehlen bereits im Jahre 2025 rund 40.000 SHK-Fachkräfte. (sig)