Bild: Callux / Eon

Brennstoffzellen-Heizgeräte: Mehr Förderung nötig

Die Kosten der Brennstoffzellen-Heizgeräte sind seit 2008 um 70 % gesunken. Doch ohne eine weitere millionenstarke Förderung stockt die Markteinführung.

Dies war eine der Kernbotschaften der Abschlussveranstaltung zum „Callux – Praxistest Brennstoffzellen fürs Eigenheim“ am Donnerstag (26. Nov. 15) in Berlin. Mit insgesamt 36 Mio. € wurde das Vorhaben in den vergangenen sieben Jahren von mehreren Bundesministerien im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) gefördert. Knapp 500 gasbasierte Mikro-KWK mit Brennstoffzellentechnik wurden bei Privatkunden installiert, 15 % davon in Neubauten. Beteiligt waren die Hersteller Baxi, Innotech, Hexis und Vaillant gemeinsam mit den Unternehmen aus der Energiewirtschaft ENBW, Eon, EWE, MVV und VNG – Verbundnetz Gas.

Allerdings sei die Zielmarke von 800 installierten Geräten im Rahmen des Vorhabens nicht erreicht worden, musste Callux Sprecher Alexander Dauensteiner, Leiter Produktmanagement bei Vaillant, einräumen. Doch bezeichnete er ebenso wie Norbert Barthle, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur (BMVi) den Praxistest als „sehr erfolgreich“. Vor allem sei es gelungen die Kosten um gut 70 % zu senken und die Zuverlässigkeit und Langlebigkeit zu verbessern. So müssten die Stacks nur noch alle 20 000 Betriebsstunden ausgewechselt werden, was eine deutliche Verbesserung sei. „Die mittlere Verfügbarkeit der Geräte liegt mittlerweile bei fast 97 %“, sagte Dauensteiner, dies entspreche beinahe der Serienreife.

Dennoch seien die Mikro-KWK Brennstoffzellen-Heizgeräte mit einem durchschnittlichen Preis von rd. 25 000 € noch nicht voll konkurrenzfähig. Deshalb baue man nun auf weitere Geldspritzen des Bundes für die Markteinführung. 167 Mio. € Fördermittel sagte das BMVi für die kommenden drei Jahre bereits zu (für den mobilen und stationären Bereich).

Doch ein angekündigtes Markteinführungsprogramm des BMWi steht noch aus. „Wir erwarteten einen Start der BMWi Förderung ab Anfang Januar 2016, nun hängen wir etwas in der Luft“, sagte Markus Edel, Konzernexperte Brennstoffzellen/Mikro-KWK bei der ENBW. Das Unternehmen legte im vergangenen Jahr ein Contracting-Programm für entsprechende Geräte auf, wobei die Kunden auch auf Fördermittel des baden-württembergischen Umweltministeriums zurückgreifen konnten. Doch das Stuttgarter Ministerium stellte ebenso wie Hessen die Landesförderung aufgrund der erwarteten BMWi-Förderung kürzlich ein. Dies reist eine Lücke von mehreren tausenden Euro für potenzielle Endkunden. Wurde ein Mikro-KWK mit Brennstoffzelle von Baden-Württemberg mit bis zu 9250 € gefördert, liegt der derzeitige maximale Fördersatz durch das BAFA bei rd. 3500 €.

Um den Brennstoffzellen-Heizgeräten im Eigenheim vollends zum Durchbruch zu verhelfen seien innerhalb der nächsten zehn Jahre weitere 400-500 Mio. € nötig, hieß es auf der Tagung. Ob das BMWi und die anderen beteiligten Ministerien wirklich Mittel in dieser Höhe zur Verfügung stellen ist bisher offen. (hcn)



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