Wärmetauscher des Geothermiekraftwerks Landau, in dem das Thermalwasser das Trägermedium Isopentan verdampft. Außerdem sind der Vorerhitzer und Verdampfer zu sehen, sowie im oberen Teil des Bildes die Dampfleitung zur Turbine. Bild: © Claus Ableiter

Bundesverband Geothermie fordert stärkeren Ausbau der Erdwärmenutzung

Nur mit einem Ausbau der Nutzung von Erdwärme sind die Klimaschutzziele 2030 zu erreichen, sagt der Bundesverband Geothermie. Daher dürfe die Förderung nicht eingeschränkt werden.

Die Stärken der Geothermie liegen auf der Hand. Die daraus gewonnene Energie kann zum Heizen, Kühlen, Speichern eingesetzt werden, vor allem aber lassen sich Strom- und Wärmeerzeugung koppeln. Doch es gibt noch einen weiteren Vorteil: Anders als Wind und Sonne ist Erdwärme jederzeit und überall verfügbar bei Tag und Nacht. Erwin Knapek, Präsident des Bundesverbandes Geothermie, weist auf die daraus erkennbare Klimaschutzwirkung geothermischer Technologien hin: "Im Oktober 2017 hat das Umweltbundesamt in einer Studie zur Emissionsbilanz erneuerbarer Energieträger die Klimaschutzwirkung von Geothermieanlagen bestätigt und höher eingestuft als vorher."

Doch ihre Vorteile sind längst noch nicht überall auf dem Wärmemarkt angekommen, denn rund 80 Prozent aller neu eingebauten Heizungsanlagen werden auch noch mit Öl oder Gas betrieben. Knapek: "Eine schnelle Kehrtwende ist nötig, verbunden mit einem Verbot der Installation von fossilen Heizsystemen, sonst rücken auch die Klimaziele 2030 schnell außer Reichweite." Daraus leitet der Präsident des Bundesverbandes Geothermie die Forderung ab, dass dies "künftig auch bei der Genehmigung von Geothermieanlagen anerkannt werden" solle. Die Praxis der Förderung von Gasheizungen, die nach bisher bekannten Plänen auch weiterhin Bestand haben soll, ist ihm dagegen ein Dorn im Auge.

"Geothermiestrom auch nach 2021 voll fördern"

Geothermieanlagen sind, sobald in einmal in Betrieb genommen wurden, sehr günstig, denn sie sind ein lokaler Energieträger. Doch beim Aufbau einer Anlage entstehen hohe Investitionskosten. Mit MAP-Ausfallbürgschaften und Direktzuschüssen könnte man das kompensieren, schlägt der Bundesverband eine erste konkrete Maßnahme zur Förderung vor. Und weil an vielen Orten der Untergrund nicht ausreichend erforscht ist, solle sich hier künftig der Staat engagieren, die Energieberatung für Hauseigentümer solle um eine Informationspflicht über die Möglichkeiten des Ausbaus einer Geothermieanlage ergänzt werden. Nach Meinung des Bundesverbandes Geothermie gehören die Ergebnisse dieser Bodenuntersuchung auch in den Energieausweis.

Gleichzeitig sollte der Ausbau von Wärmenetzen und die Möglichkeit der Einspeisung von Erdwärme in diese Netze verstärkt werden, regt der Bundesverband Geothermie an. Doch vor der Realisierung solcher Pläne stehen lange Planungsphasen, die weit über eine einzelne Legislaturperiode hinausgehen, und für die es einer langfristigen, verlässlichen Budgetplanung bedarf. Vor diesem Hintergrund hält Knapek die Pläne für ein Abschmelzen der Vergütung für Geothermiestrom ab 2021, die jüngst in Berlin gefasst wurden, für gefährlich. Dadurch würde der Geothermie die verlässliche Entwicklungsgrundlage entzogen. Sein Vorschlag: "Die Degression sollte sich zukünftig an der installierten Leistung orientieren. Außerdem sollte der Pumpenstrom von der Zahlung der EEG-Umlage entlastet werden. Durch EEG-Umlage und Stromsteuer, die dem Umweltschutz dienen sollen, wird paradoxerweise eine umweltfreundliche Technologie stark belastet und in ihrer Entwicklung ausgebremst." (sig)