Die Hamburger Hafencity steuert mit großen Schritten auf eine Fernwärmeversorgung aus ausschließlich erneuerbaren Energien hin.
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CO2-neutrale Fernwärme für Hamburgs Hafencity

Die Hamburger Fernwärme-Versorgung wird in den nächsten Jahren von Kohle auf erneuerbare Energiequellen umgestellt. Für einen Teil der Hafencity beginnt die Zukunft schon jetzt.

Hamburgs Wärme wird künftig überwiegend südlich der Elbe erzeugt. Die Stadt hat sich entschieden, das Fernwärme-Netz des Energieversorgers Vattenfall komplett zu übernehmen. Das überalterte Kohlekraftwerk Wedel wird in den nächsten Jahren ersetzt. Die Fernwärme kommt dann aus Müllverbrennungsanlagen und Industriefabriken vom anderen Elbufer sowie einem neuen Gaskraftwerk. Dafür wird eine Leitung unter der Elbe hindurchgeführt. Doch bis alles fertig ist und das Kraftwerk Wedel vom Netz gehen kann, werden noch mindestens vier Jahre vergehen.

Fernwärme aus der Kupferhütte

Schneller kommt die Wärmewende für den östlichen Teil der Hafencity voran, der gegenwärtig in Richtung der Elbbrücken entsteht. Er wird auch mit Fernwärme aus der Kupferhütte Aurubis versorgt. Am Montag (29.Oktober) wird die 3,5 Kilometer lange Wärmeleitung, die unter den Elbbrücken montiert wurde, offiziell in Betrieb genommen.

Die östliche Hafencity wird nicht von Vattenfall mit Energie versorgt, sondern von dem Energiedienstleister Enercity aus Hannover. In dem Stadtteil sollen bis 2030 Wohnraum für 14 500 Menschen und 45 000 Arbeitsplätze entstehen. Bislang hat Enercity ein BHKW errichtet, das sowohl Strom wie auch Wärme produziert und mit Biomethan betrieben wird. Neben dem BHKW mit einer Wärmeleistung von 1,6 MW und einer elektrischen Leistung von 1,5 MW gehören zur Energiezentrale zwei mit Erdgas betriebene Heizkessel mit einer Gesamtwärmeleistung von 8,4 MW zur Spitzenlastabdeckung, eine Wärmespeicheranlage mit 300 Kubikmeter Wasserinhalt zur Optimierung des BHKW-Betriebs, eine Umspannstation für die Stromeinspeisung in das örtliche Stromnetz und eine Schornsteinanlage.

Der überwiegende Einsatz erneuerbarer Energien in Verbindung mit einer effizienten Kraft-Wärme-Kopplung ermöglichte einen äußerst niedrigen Primärenergiefaktor von 0,11 (zum Vergleich: Heizöl hat einen Primärenergiefaktor von 1,1, Strom von 2,4).

Wärme von Aurubis für 6000 Haushalte

Die Abwärme aus den industriellen Prozessen bei Aurubis wird nun hinzugefügt. Bislang wurde die überschüssige Wärme in die Elbe geleitet. Da sie nun zum Heizen verwendet wird, entsteht praktisch kein zusätzliches CO2. Die Leitung mit einem Durchmesser von rund 50 Zentimeter hat eine Kapazität von 60 MW, genug für die Versorgung von 6000 Haushalten. (dpa/hol)