Contracting im Dresdner Villenviertel

Das Gebäude des ehemaligen Sanatoriums im Dresdner Dr.-Lahmann-Park Drewag

Das BHKW-Modul „PowerCube“. Drewag/MWB

Das Contracting-Geschäft der Drewag läuft gut. Jüngstes Projekt ist ein einst weltberühmtes Sanatorium.

Bei der Drewag Stadtwerke Dresden AG floriert das Contractinggeschäft, u. a. mit dezentralen KWK-Anlagen. Jüngstes Projekt ist die Wohnanlage „Dr.-Lahmann-Park“ mit Eigentumswohnungen in Dresdens vornehmen Villenviertel „Weißer Hirsch“ auf den Hängen oberhalb der Elbe. Der Komplex besteht aus den sanierten Gebäuden des ehemals weltberühmten Lahmann-Sanatoriums aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Nach dem Zweiten Weltkrieg dienten die Prachtbauten der Sowjetarmee als Klinik. Diese Nutzung hinterließ sichtbare Spuren. 2011 kaufte der Wohnungsbauträger Baywobau die mitgenommene Liegenschaft, danach begannen die Baumaßnahmen in den fünf denkmalgeschützten Gebäudeteilen Damen- und Herrenbad, Doktor- und Hirschhaus sowie Heinrichshof. 2014 bezogen die ersten Eigentümer ihre Domizile. Bis 2015 soll alles fertig sein.

Heizungstechnisch suchte Investor Baywobau nach einer sauberen Lösung für die rd. 1000 kW Leistungsbedarf. Damit fielen selbst Pelletkessel für die einzelnen Objekte durchs Sieb: weil man nicht wollte, dass durch den gepflegten Lahmann-Park Lastwagen mit der Brennstofffracht fahren. Eine Groß-Wärmepumpe mit einem Nahwärmenetz schied aus geologischen Gründen aus. Das nicht sehr üppige Wärmeangebot der örtlichen Mineralogie hätte zahlreiche Bohrungen weit über 150 m Tiefe erfordert, was sich nicht rechnete.

In den Sondierungsdiskussionen mit der Drewag kam Fernwärme aus einem GuD-Kraftwerk zur Sprache. Nur fehlte eine Fernwärmeleitung zum Areal. Da die Baywobau auf ihrem Wunsch nach Fernwärme beharrte, schlug der Energiedienstleister eine Stromwärmeerzeugung aus einer dezentralen Station auf dem Gelände im Verbund mit Spitzenlast-Erdgaskesseln (Buderus) und einem Nahwärmenetz vor und erhielt dafür den Zuschlag.

Als BHKW-Modul entschied sich der Contractor für zwei „PowerCubes“ der Motorenwerke Bremerhaven MWB. Diese kompakte und leise Einheit liefert das Werk serienmäßig mit Brennwerttechnik aus. Die beiden eingebauten Einheiten dürften mit ihren total 200 kW thermisch 70 bis 80 % der Jahresheizarbeit abdecken. (Bernd Genath)