Außenansicht des GuD-Kraftwerks Lausward - Block "Fortuna" im Düsseldorfer Hafen. Bild: Copyright Stadtwerke Düsseldorf

Düsseldorf: Kraftwerk bricht zahlreiche Weltrekorde

Die Arbeiten an dem neuen GuD-Kraftwerk im Düsseldorfer Hafen sind abgeschlossen. Es handelt sich um das effizienteste Erdgaskraftwerk der Welt.

Zweieinhalb Jahre dauerten die Bauarbeiten, investiert haben die Stadtwerke Düsseldorf (SWD) eine halbe Milliarde Euro: Nun startet das von der Firma Siemens gebaute Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk mit dem Namen Block "Fortuna" auf der Lausward im Düsseldorfer Hafen den Betrieb. Gemäß Siemens wartet die Anlage gleich mit drei Weltrekorden auf. Bei einer Testfahrt vor Abnahme wurde im Block "Fortuna" eine maximale elektrische Leistung von 603,8 MW erreicht, teilte Siemens gestern mit. Dies sei eine neue Bestmarke für ein GuD-Kraftwerk in der Einwellenkonfiguration. Gleichzeitig wurde ein Netto-Wirkungsgrad von rund 61,5 Prozent nachgewiesen – das ist eine neue internationale Bestmarke in Sachen Effizienz. Außerdem ist das Kraftwerk mit je nur einer Gas- und Dampfturbine in der Lage, Fernwärme bis zu einer Leistung von rund 300 MW für das Fernwärmenetz Düsseldorf auszukoppeln. Die Brennstoffausnutzung werde somit auf bis zu 85 Prozent erhöht, die CO2-Emissionen sinken auf 230 Gramm pro Kilowattstunde. Die Verbesserungen bei Leistung und Wirkungsgrad seien das Ergebnis konsequenter Fortentwicklungen zum Beispiel im Design von Komponenten, bei den eingesetzten Materialien und der Gesamtkonstruktion der Anlage sowie dem perfekten Zusammenspiel der Komponenten, schreibt Siemens.

Die Stadt Düsseldorf will bis zum Jahr 2050 klimaneutral sein. Der Bau des neuen Kraftwerks am Standort Lausward sei ein wesentlicher Meilenstein auf dem Weg dorthin, schreiben die Stadtwerke Düsseldorf. Die Versorgung des Kraftwerks mit Erdgas aus der Nordsee stellt der norwegische Konzern Statoil sicher, Grundlage ist ein Liefervertrag mit einer Laufzeit von 15 Jahren. "Fortuna stellt durch seine klimaschonende Strom- und Wärmeproduktion auf Erdgasbasis und seine hohe Flexibilität eine ideale Ergänzung zu den stetig an Bedeutung gewinnenden erneuerbaren Energien dar" erklärte Udo Brockmeier, der Vorsitzende der Stadtwerke Düsseldorf. Die Anlage könne künftig auch erneuerbar produziertes Gas, zum Beispiel Biogas oder Gas aus überschüssigem Windstrom nutzen.

Parallel zum Bau des neuen Kraftwerks haben die Stadtwerke Düsseldorf die Fernwärmeversorgung in der Stadt erheblich ausgebaut und werden dies in den nächsten Jahren weiter forcieren. Im Zusammenspiel mit dieser klimafreundlichen Wärmeversorgung werde die neue Anlage bereits in ihrem ersten Betriebsjahr 600 000 Tonnen CO2 einsparen – im Jahr 2025 sollen über eine Million Tonnen erreicht werden, teilen die SWD mit. Außerdem werde noch in diesem Jahr das Düsseldorfer Wärmesystem um ein bedeutendes Element ergänzt:
Zur Jahreswende 2016/2017 soll auf der Lausward ein großer Heißwasser-Fernwärmespeicher in Betrieb gehen, der die Flexibilität der Anlage weiter erhöht. (hoe)