Alles passt (v. l.): Forschungsstaatssekretär Thomas Rachel, Harald Lange, Leiter Geschäftsbereich Planen und Bauen, und der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Karsten Beneke legten den Grundstein für die neue Wärmevollversorgungszentrale des Forschungszentrums Jülich.
Bild: © Ralf-Uwe Limbach/Forschungszentrum Jülich

Energieeffizienter Forschungscampus: Jülichs Wärmevollversorgungszentrale

In Jülich hat der Bau für eine Wärmevollverorgungszentrale begonnen. Diverse Neuerungen sollen den CO2-Ausstoß des Forschungscampus' um fast 50 Prozent reduzieren.

Das Forschungszentrum Jülich in Nordrhein-Westfalen legt den Grundstein für einen energieeffizienten Forschungscampus: Eine Wärmevollversorgungszentrale soll die gesamte Wärme- und einen Großteil der Strom- und Kälteversorgung des Campus' übernehmen. Insgesamt investiert das Forschungszentrum Jülich rund 26,75 Mio. Euro in das Projekt.

Das Forschungszentrum verfolgt das Ziel, den eigenen CO2-Ausstoß deutlich zu reduzieren. Schon 2016 wurde ein detaillierter Klimaschutzplan mit konkreten Maßnahmen und Einsparpotenzialen zur CO2-Reduzierung vorgelegt. Dieser wird seitdem Schritt für Schritt umgesetzt. Der jetzt begonnene Bau der neuen Wärmevollversorgungszentrale ist einer der zentralen Punkte des Klimaschutzplans. Pro Jahr sollen so mindestens 50.000 Tonnen CO2 eingespart werden – das entspräche einer Verringerung des CO2-Ausstoßes um 46 Prozent im Vergleich zum Jahr 1990.

Vielseitige Versorgungsanlage

Herzstück der Anlage sind drei BHKW und zwei Gaskessel, die das Zentrum mit entsprechender Wärme- und elektrischer Leistung versorgen werden. Die Wasseraufbereitung für das gesamte Nahwärmenetz soll zukünftig ebenfalls in der Wärmevollversorgungszentrale erfolgen. Eine Absorptionskältemaschine, die die erzeugte Wärme in Kälte umwandelt, erfüllt die Hocheffizienzkriterien für eine Kraft-Wärme-Kälte-Kopplungs-Anlage. Zudem verfügt die neue Energiezentrale über zwei getrennte Versorgungsleitungen: Eine für den Transport von Erdgas sowie eine weitere, über die regional erzeugtes Biogas genutzt werden könnte.

"Mit der Wärmevollversorgungszentrale erreicht die Energieeffizienz des Forschungszentrums eine neue Dimension. Wir werden unserem Selbstverständnis von einem nachhaltigen Campus mit moderner Energieversorgung noch besser gerecht", erklärt Karsten Beneke, stellvertretender Vorsitzender des Vorstands im Forschungszentrum Jülich.

Kohleunabhängig in die Zukunft

"Mit der Neuausrichtung der Elektrizitäts-, Wärme- und Kälteversorgung wird das Forschungszentrum Jülich unabhängig von der Kohle. Diese Entwicklung ist auch Ausdruck des Strukturwandels der Region", findet Forschungsstaatssekretär Thomas Rachel MdB. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Projekt mit knapp 24,1 Mio. Euro, das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW beteiligt sich mit rund 2,7 Mio. Euro. (hol)