Karel Schweng, Geschäftsführer der Stadtwerke Erfurt Energie, und Thüringens Umwelt- und Energieministerin Anja Siegesmund nehmen die Solarthermie-Anlage in Betrieb.
Bild: © Karina Heßland-Wissel/SWE

Erfurt nutzt die Sonne für die Wärmewende

Stadtwerke nehmen großflächige Solarthermie-Anlage in Betrieb, die ins Fernwärmenetz einspeist.

Die Stadtwerke Erfurt haben die größte Solarthermieanlage Thüringens in Betrieb genommen. Sie soll einerseits als zusätzliche erneuerbare Energiequelle genutzt werden und andererseits als Pilotprojekt Fragen zu Wirtschaftlichkeit, Handhabbarkeit und Betriebsführung beantworten.

"Der Zubau erneuerbarer Wärmequellen und der Einsatz von Technologien zur Sektorenkopplung zählt zu den Eckpfeilern unseres Energiemodells", berichtet Karel Schweng, Geschäftsführer der SWE Energie. Das Gesamtprojekt besteht aus einer Fläche mit Vakuumröhrenkollektoren auf 1155 qm sowie einer Fläche mit Plattenkollektoren auf 550 qm. Gemeinsam erzeugen die Anlagen eine thermische Leistung von knapp einem Megawatt. Über eine auf dem Areal befindliche Station wird die Energie in das Erfurter Fernwärmenetz eingespeist.

Die Flächen sind vorhanden

Im Vergleich zu anderen erneuerbaren Energien wie Biomasse oder Geothermie sprechen geeignete Flächen in und um Erfurt sowie günstige Einbindemöglichkeiten in das Fernwärmenetz für die Konzentration auf Solarthermie, heißt es in einer Pressemitteilung des Thüringer Erneuerbare-Energien-Netzwerks ThEEN. Langfristig streben die Stadtwerke einen Mix aus verschiedenen Technologien und Sektorenkopplung an.

Die Solarthermie-Anlage im Stadtteil Marbach sei zwar momentan die größte in Thüringen, trage aber mit einem Jahresertrag von unter einer Gigawattstunde nur mit einem Bruchteil zur Deckung des Erfurter Wärme-Jahresbedarfs von 600 GWh bei. Daher dient das Projekt eher dazu, Erfahrungen zu sammeln, den Umgang mit der Anlage zu erlernen, zu optimieren und auf dieser Basis Entscheidungen für Erweiterungen zu treffen. (wa)