Gutgelaunt beim ersten Spatenstich für die neue Energiezentrale: Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan und die Enercity-Vorstandsvorsitzende Susanna Zapreva. Bild: @ Enercity / Roland Schneider Photographie

Erneuerbare Energie: Wärme für die Hamburger Hafencity

Die industrielle Abwärmenutzung im Gebiet des Hamburger Hafens nimmt weiter Fahrt auf. Auf einer Elbinsel nahe den Elbbrücken entsteht eine neue Energiezentrale von Enercity.

Auf der Peute, einer Elbinsel im Hamburger Stadtteil Veddel, ist der Grundstein für die neue Enercity-Energiezentrale gelegt worden. Die Hansestadt fördert die Errichtung der Energiezentrale aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) mit rund 2,9 Mio. Euro. Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan übergab der Enercity-Vorstandsvorsitzenden Susanna Zapreva einen entsprechenden Zuwendungsbescheid. Das Investionsvolumen für die Enercity-Energiezentrale auf der Peute beträgt insgesamt 6,7 Mio. Euro.

Die Enercity-Vorstandsvorsitzende Zapreva freut sich über die Unterstützung: „Die Fördermittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung sind ein wichtiger Grundstein für die Realisierung des Projektes Industriewärme in Hamburg. Damit wird die Wärmewende in Hamburg vorangetrieben, denn der Wärmesektor mit 50 Prozent der Primärenergie ist von zentraler Bedeutung für die Energiewende.“ Man arbeite bundesweit an Lösungen, mit denen Erneuerbare Energie für Wärmeprojekte nutzbar werden kann.

Pufferspeicher mit 1.000 Kubikmeter Wasser

Seit Oktober 2018 fließt bereits Wärme von Aurubis zum Enercity-Standort auf der Peute in der östlichen Hafencity. Sie entsteht in einem Nebenprozess der Kupferproduktion. Die neue Energiezentrale auf der Peute soll nun der sicheren und nahezu CO2-neutralen Versorgung des Standorts dienen. Umweltsenator Kerstan erläutert: „Industrielle Abwärme spielt eine wichtige Rolle in der Wärmestrategie der Stadt. Mit der östlichen Hafencity wird erstmals ein ganzer Stadtteil in Hamburg so versorgt.“ Der Bau von Energiezentrale und Wärmetrasse durch Enercity habe erheblich zur Realisierung dieses Projektes beigetragen.

Die Enercity-Energiezentrale an der Fernwärmetrasse zwischen Aurubis und Hafencity sichert zusammen mit der vorhandenen Energiezentrale im Oberhafen die Fernwärmeversorgung. Die Industriewärme unterliegt produktionsbedingt starken Schwankungen oder steht bei Instandsetzungen und ungeplanten Ausfällen zeitweise nicht zur Verfügung. Heizkessel mit einer Feuerungswärmeleistung von rund 20 Megawatt und Pufferspeicher mit mehr als 1.000 Kubikmetern Wasserinhalt garantieren ganzjährig die gleichbleibende Versorgung.

Fernwärme für viele Standorte am Hafen

Die Fertigstellung und Inbetriebnahme der neuen Energiezentrale ist für Herbst 2020 geplant. Die Enercity-Kunden in der östlichen Hafencity bekommen die industrielle Abwärme von Aurubis bereits über eine 2,7 km lange Fernwärmeleitung, die das dortige Wärmenetz mit dem Werksgelände von Aurubis auf der Peute verbindet. Dadurch können in den Stadtteilen Hafencity, Veddel und Rothenburgsort können jährliche CO2-Emissionen von mehr als 10.000 Tonnen vermieden werden. Aktuell stellt Aurubis rund 160 Mio. Kilowattstunden Industriewärme pro Jahr bereit. (sig)