Rund 43 Millionen Wohnungen in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden stehen zur energetischen Sanierung an. Bild: © Mainova

Europaweite Zusammenarbeit für klimaneutrale Mehrfamilienhäuser

In Nordwesteuropa gibt es rund 43 Millionen Wohnungen, die in den nächsten 30 Jahren auf Klimaneutralität umgerüstet werden müssen. Für Deutschland koordiniert die Dena die Aktivitäten.

Die Marktentwicklungsteams, die die Firma Energiesprong in Deutschland, Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden unterhält, schließen sich zusammen. Ziel ist es, Nullenergie-Sanierungslösungen für Mehrfamilienhäuser im Nordwesten Europas zu entwickeln. Als Partner von Wohnungsunternehmen sanieren sie im Rahmen des EU-Förderprogramms „Interreg NWE“ mehrere Projekte mit insgesamt 415 Wohneinheiten. Der Projektname: „Mustbe0“.

Die Maßnahmen, die die Energiesprong-Teams entwickeln, sollen im Breitenmarkt für schnelle, qualitativ hochwertige und bezahlbare Nullenergie-Sanierungen verfügbar sein. Der Großteil der Prototypen wird in Deutschland umgesetzt, wo Energiesprong von der Deutschen Energie-Agentur (Dena) koordiniert und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie finanziert wird. Mit dabei sind die Arsago Gründstücks- und Beteiligungsgesellschaft, die Baugenossenschaft Oberricklingen, VBW Bauen und Wohnen, Vonovia und die Wohnungsgenossenschaft am Vorgebirgspark.

Impuls für die Wärmewende in Europa

In Großbritannien, Frankreich, Deutschland und den Niederlanden gibt es rund 43 Millionen Wohnungen, die in den nächsten 30 Jahren saniert werden müssen, wenn die EU-Klimaziele für 2050 erreichbar sein sollen. „Wenn wir die Klimaziele erreichen wollen, müssen wir den Sanierungsprozess neu denken und bei garantierter, gleichbleibend hoher Qualität deutlich schneller und günstiger werden“, sagt dazu Uwe Bigalke, Leiter des Energiesprong-Marktentwicklungsteams „Mustbe0“ bei der Dena.

Beim Energiesprong-Net-Zero-Standard produziert jedes Haus im Jahresmittel so viel Energie, wie für Heizung, Warmwasser und Haushaltsgeräte benötigt wird. Geld, das für Energiekosten und Instandhaltung ausgegeben worden wäre, fließt in die Refinanzierung der Sanierung. Das Ziel ist, dass die Lebenshaltungskosten für die Bewohner dabei nicht steigen und die energetische Qualität für bis zu 30 Jahre zu halten. (sig)