Fernwärme: So läuft das Vorzeigeprojekt in Springe

Die Stadtwerke Springe bauen in der Innenstadt eine klimaneutrale Wärmeversorgung auf. Der Bund fördert das Vorhaben mit einem Millionenbetrag.

Die Stadt Springe in Niedersachsen wird ab 2018 eine klimaneutrale Wärmeversorgung aufbauen. Das Gesamtprojekt sowie Anschlussmöglichkeiten, Wechselprozesse und Preise wurde den Bürgern am vergangenen Mittwoch vorgestellt. Herzstück ist der Bau eines Fernwärmenetzes in der Kernstadt, die Wärmeerzeugung soll über mehrere regenerative Energiequellen erfolgen. Für die Umsetzung des Energiekonzeptes sind Kosten von 13 Mio. Euro veranschlagt. Die Errichtung des Fernwärmenetzes wird mit 8,3 Mio. Euro vom Bundesumweltministerium gefördert.

Glasfaser macht Wärmenetz intelligent


Das neu zu errichtende Fernwärmenetz soll künftig den Großteil der kommunalen Gebäude sowie Wohn- und Geschäftsgebäude in der Kernstadt beliefern. Ergänzend dazu werden ein mit Restholz befeuertes Heizwerk mit Netzleitstelle und PV-Anlage errichtet, und neue Fernwärmeleitungen mit einer Gesamtlänge von 4,6 Kilometern verlegt. Parallel zum Wärmenetz wird ein Glasfasernetz mitverlegt, das zeitgleich den jeweiligen Wärmeverbrauch erfasst. Die vorgesehene Anschlussleistung liegt bei
20 MW, das entspricht dem Bedarf von etwa 2400 Haushalten. Das Bauvorhaben soll Anfang 2020 abgeschlossen sein.

"Springe absoluter Vorreiter für Städte ihrer Größenordnung"


"Wir hoffen natürlich, dass möglichst viele Springer Bürger dem Beispiel der Stadtverwaltung folgen und sich für einen Fernwärmeanschluss entscheiden", sagte Stadtwerke-Geschäftsführer Marcus Diekmann. Sollte das Interesse weit größer sein, als zum jetzigen Zeitpunkt vorhersehbar ist, würde sich das auf die Gesamtkosten auswirken. "Mit diesem Wärmenetz wird die Stadt Springe absoluter Vorreiter für Städte ihrer Größenordnung", ergänzte Bürgermeister Christian Springfeld, der auf einen Wärme-Boom hofft.

Für das vergleichsweise junge Stadtwerke Springe im Weserbergland handelt es sich um ein Leuchtturmprojekt. Das Kommunalunternehmen aus der 30 000-Einwohner-Stadt wurde 2008 gegründet, Gesellschafter sind die Stadt Springe mit
50,5 Prozent sowie die Stadtwerke Hameln, BS Energy und Veolia Deutschland
mit je 16,5 Prozent der Anteile. (hoe)