Flensburgs GuD-Neubau verzögert sich

Die Inbetriebnahme des Gas-und-Dampfturbinenkraftwerks in Flensburg wird erst in der ersten Jahreshälfte 2016 stattfinden. Derweil wird die Fernwärme grüner.

Die Stadtwerke Flensburg bestätigten auf ZfK-Anfrage, dass sich die Inbetriebnahme eines Gas-und-Dampfturbinen(GuD)-Blocks mit jeweils 75 MW elektrischer und thermischer Leistung ins erste Halbjahr 2016 verschiebt. Es soll zwei alte Steinkohlekessel ersetzen. Noch im Geschäftsbericht 2014 hatte Stadtwerkechef Maik Render diesen Mai geschrieben, es bleibe dabei, dass das GuD "Ende 2015" ans Netz geht.

Flensburg ist mit einem Abdeckungsgrad von 98 Prozent wohl die Fernwärmehauptstadt der Welt. Etwa 60 000 Haushalte werden durch Kraftwerksblöcke mit einer Gesamtleistung von 800 MWth und 300 MWel auf der Basis von Steinkohle, 10 bis 15 Prozent sortierten Abfällen ("Sekundärrohstoffen") und einer geringen Menge Holzhackschnitzeln beheizt. Vergangenes Jahr war eine Wärmemenge von 870 GWh zusammengekommen, für dieses Jahr war die Rückkehr zu 1 TWh geplant.

Derweil wird die Flensburger Fernwärme aus einem anderen Grund grüner: Der Anschluss zweier Biogas-Blockheizkraftwerke in der östlichen Nachbargemeinde Wees an das Flensburger Fernwärmenetz hat heute wegen des milden Wetters vorzeitig geklappt, meldet der 100-prozentige Kommunalversorger. Sie war erst für Januar vorgesehen. Die Anlagen eines landwirtschaftlichen Betriebes beheizen rund 150 Einfamilienhäuser in Wees und Flensburg-Kauslund, teilt Projektleiter und Abteilungsleiter Netznutzungsmanagement, Claus Hartmann, mit. Dazu wurde eine einen Kilometer lange Stichleitung gebaut. Im Oktober hatte der Landwirt mit den Stadtwerken den Wärmeliefervertrag geschlossen.

Der nächste grüne Schritt steht 2016 an: Dann speist das Flensburger Klärwerk erstmals zusätzlich Wärme aus Erneuerbaren in das Netz ein. Der dazu nötige Leitungsbau sei weit fortgeschritten, hieß es. Die Planungen für die technischen Umbaumaßnahmen seien in vollem Gange. (geo)