Die Gaskessel für das modernisierte Heizkraftwerk in Kamenz ist bereits angeliefert. Bis zur Fertigstellung aller vier Anlagen vergehen allerdings noch ein paar Monate.
© Yados

Gas statt Kohle im Landkreis Bautzen

Die sächsische Stadt Kamenz rüstet um – vier erdgasbetriebene BHKW sollen künftig für Strom und Wärme in der Region sorgen.

Ein Weilchen müssen die Kamenzer noch auf die klimafreundliche Energie warten. Spätestens Ende 2019 will die Energie und Wärmeversorgung (Ewag Kamenz) alle vier Blockheizkraftwerke an seinen zwei Heizkraftwerksstandorten in Betrieb nehmen. Dabei setzt der Versorger auf Qualität „Made in Germany“. Hersteller der vier Anlagen ist YADOS aus Hoyerswerda – die Motoren liefert wiederum Siemens.

Bereits vergangenen Juni starteten die Vorbereitungsmaßnahmen für die Umrüstung auf die effiziente KWK-Technologie. Die rund 80 Tonnen schweren, braunkohlestaubbefeuerten Kesselanlagen eines der beiden Heizkraftwerke der Ewag wurden abgebaut. Ab November werden sie durch ein MW elektrische und 1074 kW thermischer Leistung ersetzt.

Primärenergiefaktor von 0,55

Im HKW Friedensstraße gingen die heizölbefeuerten Kessel Anfang August außer Betrieb und wurden bereits durch gasbefeuerte Hoval-Warmwassererzeuger mit einer Heizleistung von je fünf MW ersetzt. In den kommenden Monaten wird ein YADOS-BHKW die Leistung verstärken.

Durch den Wirkungsgrad von über 90 Prozent sparen die Anlagen künftig deutlich mehr CO2-Emissonen ein als die Versorgung durch fossile Energieträger. Ergänzt wird die KWK-Lösung durch einen Holzpelletkessel mit einer Leistung von 1,25 MW. Durch die Systemkombination wird der Versorger nicht nur unabhängiger von externen Preisen und Ressourcen, sondern kann auch seinen Primärenergiefaktor auf 0,55 senken. (ls)