Visualisierung des geplanten Fernwärmespeichers auf dem Gelände des Kraftwerks Dieselstraße. EVH

Halle bekommt neuen Fernwärmespeicher

Um flexibel auf den Wärme- und Strommarkt zu reagieren, wird ein zweiter Fernwärmespeicher am Kraftwerk Dieselstraße in Halle errichtet.

In den Heizkraftwerken Halle-Trotha und Dieselstraße wird umweltfreundlich in Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) gleichzeitig Strom und Fernwärme produziert, berichten die Stadtwerke Halle. Auf die Anforderungen des Wärme- und Strommarktes möchte man in Halle flexibel reagieren. Deshalb werde die EVH GmbH dieses Jahr mit dem Neubau eines zweiten Fernwärmespeichers beginnen. Darin könne zuviel gewonnene Heizenergie nahezu verlustfrei über mehrere Tage gespeichert werden. Seit 2006 betreibt das Unternehmen der Stadtwerke Halle bereits einen Wärmespeicher auf dem Gelände des Kraftwerks Dieselstraße. Die Betriebserfahrungen seien durchweg positiv.

Der Speicher soll etwa einen Durchmesser von 40 m und eine Höhe von 45 m haben. Damit umfasse er ein Volumen von 50 000 m3. Er soll auf dem zentralen freien Platz des Kraftwerksgeländes Dieselstraße entstehen, dort wo einst das alte Heizkraftwerk stand. Die Einbindung in das Fernwärmesystem sei hier auf kurzem Wege möglich. Pumpen und Wärmetauscher finden sich in dem Gebäude, wo die beiden Heißwasserkessel stehen. Als Wärmespeicher dienen gut isolierte, zylindrische Stahltanks. Mit Hilfe des Wärmespeichers könne man auf zeitliche Bedarfsdiskrepanzen reagieren. So werde beispielsweise morgens viel Fernwärme benötigt, die Lastspitzen beim Strom lägen hingegen in den Mittags- und frühen Abendstunden. Auch gebe es einen höheren Strombedarf an Werktagen, dem ein höherer Fernwärmebedarf am Wochenende gegenüber stehe.

Der bisher im Einsatz befindliche Wärmespeicher diene vorwiegend der Tagesoptimierung, also dem Ausgleich der Preis- und Bedarfsschwankungen zwischen Tag und Nacht. Er habe einen Durchmesser und eine Höhe von 22 m und verfüge damit über ein nutzbares Volumen von 6 800 m3 und eine thermische Leistung von rd. 280 MWh. Der neue "Wochenspeicher" habe den Vorteil, dass er auch kurzfristige Lastschwankungen durch die Einspeisung erneuerbarer Energien ausgleichen könne. (msz)