Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan (links) im März bei seiner Unterschrift unter die Volksinitiative "Tschüss Kohle".
© Tschuess Kohle

Kerstan: Fernwärme-Übernahme ist gutes Geschäft

Der Hamburger Umweltsenator geht davon aus, dass der Wert des Fernwärme-Netzes höher als der Kaufpreis ist.

Die Stadt Hamburg macht nach Einschätzung von Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) mit dem Kauf der Fernwärme-Netze vom Energieversorger Vattenfall ein gutes Geschäft. Der Wert der Fernwärme liege für die Stadt über dem zu zahlenden Preis von 950 Millionen Euro, sagte Kerstan am gestrigen Donnerstag (11. Oktober) in Hamburg. Das gehe aus den Gutachten der Beratungsgesellschaft LBD hervor, die von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC und der Hamburger Beteiligungsgesellschaft HGV eng begleitet wurden.

Kauf ist umstritten

Danach ergebe sich unter mittleren Annahmen ein Wert von 1,01 Milliarden Euro für die Fernwärme und auch bei einer etwas skeptischeren Sicht noch von 979 Millionen Euro. Der am vergangenen Dienstag verkündete Kauf der Fernwärme ist umstritten, weil ein Wertgutachten der Beratungsgesellschaft BDO im Frühjahr lediglich auf einen Unternehmenswert von 645 Millionen Euro gekommen war, die Stadt sich aber zuvor zur Zahlung eines Mindestpreises von 950 Millionen Euro verpflichtet hatte.

Das BDO-Gutachten sei unter den methodischen Vorgaben nicht falsch, aber nicht geeignet, um den korrekten Käuferwert und den Marktwert wiederzugeben. Das liege daran, dass die Renditeziele zu hoch angesetzt seien und die bevorstehende Verlängerung der Förderung von KWK-Kraftwerken nicht einbezogen werden konnte. (dpa/hoe)