Auf zehn Achsen zum Kraftwerk: die neue Siemens-Turbine
© Vattenfall

Kraftpaket aus Berlin für Berlin

Eine Siemens-Gasturbine wird das Herzstück des neuen HKW in Berlin-Marzahn. Jetzt erreichte der "dicke Brocken" seinen Bestimmungsort.

Sie ist 200 Tonnen schwer und etwa zehn Meter lang – die Gasturbine SGT5-2000E des Herstellers Siemens. Heute hat das Kraftpaket die Baustelle des neuen, von Vattenfall betriebenen Heizkraftwerkes (HKW) Marzahn an der Berliner Rhinstraße erreicht. Damit ist das Herzstück der neuen Gas- und Dampfturbinen-Anlage (GuD) an seinem Bestimmungsort eingetroffen. Das neue HKW soll im Jahre 2020 in Betrieb genommen werden.

Hergestellt wurde die Turbine im Moabiter Gasturbinenwerk von Siemens. Mit 3.000 Umdrehungen pro Minute wird sie künftig 230 Megawatt thermischer Energie und 260 Megawatt elektrischer Energie zur Verfügung stellen. Im Vollastbetrieb werden die eingebauten Schaufelräder übrigens nahezu Schallgeschwindigkeit erreichen. Das neue HKW Marzahn wird einen Brennstoffausnutzungsgrad für das eingesetzte Erdgas von mehr als 90 Prozent erreichen.

Odyssee durch Berlin

Berlin ist groß. Der Weg von Moabit nach Marzahn ist zwar kilometermäßig kurz, für die Transporteure der Turbine waren die knapp 15 Kilometer Luftlinie jedoch eine wahre Odyssee. Mehrfach musste die Turbine verladen werden. Das Werk verließ sie per LKW, dann folgte eine Schiffsverladung im Westhafen. Per Lastkahn ging es nach Wustermark, von dort übernahm die Bahn einen Teil der Strecke. Die „letzte Meile“ übernahm schließlich wieder eine LKW-Zugmaschine mit zehnachsigem Schwerlastanhänger. (sig)