Nicht-erfolgreiche Projekte könnten in Zukunft Neuauktionären bei der KWK-Ausschreibung in die Quere kommen.
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KWK-Ausschreibung wird langsam zum Strategie-Spiel

Zwei Gebotsrunden hat es gedauert, bis die KWK-Auktion in Schwung kam. Die erste überzeichnete Ausschreibung Anfang Dezember könnte eine Trendwende in Richtung Wettbewerb einläuten, meint die Unternehmensberatung Enervis Energy Advisors.

Wer bei den nächsten KWK-Ausschreibungen mitmischen will, muss schnell sein. Nachdem bei den ersten beiden Ausschreibungsrunden Ende 2017 und im Juni 2018 noch ordentlich Luft nach oben war, überstiegen die Gebote zum 3. Dezember diesen Jahres das Ausschreibungsvolumen. Dass sich das auch auf den Wettbewerb in Zukunft auswirken wird, prognostiziert die Unternehmensberatung Enervis Energy Advisors.

In der frisch beendeten Ausschreibungsrunde waren gut 76 MW im Topf, elf Gebote und rund 100 MW wurden bezuschlagt. Davon wurden drei Gebote wegen Formfehler ausgeschlossen. Die bezuschlagte Menge in Höhe von einem MW wird in der kommenden Ausschreibungsrunde abgezogen. Nicht zuletzt deshalb könnte für das kommende Jahr mehr Strategie und Wettbewerb angesagt sein.

Ausschreibungsüberhang bei i-KWK

Die 73,5 MW an Ausschreibungsvolumen könnte zu einem Drittel aus den nicht-erfolgreichen Projekten dieser Runde gedeckt werden, erklärt Enervis. Das Angebot fällt also knapper aus und könnte das Bieterverhalten beleben. Weniger aussichtsreich sieht es bei den innovativen KWK-Systemen aus. Auf eine Ausschreibungsmenge von 29 MW kam eine Gebotssumme von 13 MW.

Durch die Regelungen zum Ausgleich von Fehlmengen kommt es in der nächsten Auktionsrunde zu einem Anstieg des ausgeschriebenen Volumens in Höhe von 41 MW. Von Preiskampf wird also nichts zu spüren sein, so die Unternehmensberatung aus Berlin. Bislang kratzt das maximale Gebot an der Obergrenze von 12 Cent pro kWh. „Bei einem Fördersatz von 12 Cent pro kWh und 45.000 Vollbenutzungsstunden Förderdauer erhält ein erfolgreiches Projekt eine spezifische Förderung von beeindruckenden 5,4 Mio. Euro pro MW. Eine Höhe, an die wir uns vor dem Hintergrund des Nachfrageüberhangs der nächsten Auktion möglichweise gewöhnen müssen, wenngleich hier das Risiko politischer Eingriffe ansteigt“, mahnt Julius Ecke, Prokurist bei Enervis. (ls)