Architektenentwurf des künftigen MHKW Nord in Chemnitz
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MAN baut für Eins zwei Heizkraftwerke in Chemnitz

Die Anlagen mit insgesamt zwölf Gasmotoren sollen 2022 starten – und könnten auch mit Biogas betrieben werden.

Der Energiedienstleister Eins - Energie in Sachsen hat MAN Energy Solutions mit dem Bau zweier Motorenheizkraftwerke (MHKW) in Chemnitz beauftragt. Das MHKW Nord wird mit sieben, der Standort Altchemnitz mit fünf MAN-Gasmotoren mit je 12,6 MW betrieben. Die neuen Heizkraftwerke stellen knapp 150 MW elektrische sowie über 130 MW thermische Leistung bereit.

„Wir haben uns für Gasmotoren entschieden und investieren damit in die aus unserer Sicht fortschrittlichste, weil umweltfreundlichste und flexibelste thermische Kraftwerkstechnologie“, so  Roland Warner, Vorsitzender der Eins-Geschäftsführung. Die Motoren können neben Erdgas auch mit Biogas oder synthetischem Gas betrieben werden. „Mit Blick auf die Zukunft lassen sich die Emissionen also noch weiter senken“, so Warner.

Hohe Effizienz und flexible Steuerung

Laut MAN Energy Solutions zählen die in Chemnitz zum Einsatz kommenden Gasmotoren zu den effizientesten Aggregaten weltweit. Die hohe Gesamteffizienz bei der Brennstoffausnutzung, die modulare Bauweise und flexible Steuerung der Anlagen trügen maßgeblich zur Reduktion der emittierten Treibhausgase bei.

Das MHKW Nord wird auf dem Gelände des früheren, mit Braunkohle betriebenen, Kraftwerks Nord I entstehen, das 2004 abgerissen wurde. Die seither auf dem Gelände betriebene Photovoltaikanlage habe bereits einen neuen Standort erhalten. Das zweite MHKW wird die im Juli modernisierte, ebenfalls erdgasbetriebene Heizkesselanlage des Heizwerks Altchemnitz ergänzen.

Die neuen Kraftwerke sollen im Jahr 2022 den Betrieb aufnehmen. Dabei wird die Umsetzung des Projekts in zwei Schritten erfolgen. Zunächst werden Genehmigungen für alle geplanten Anlagen eingeholt. Die endgültige Investitionsentscheidung zur Realisierung wird getroffen, wenn diese vorliegen.

In drei Minuten von Null auf Volllast

Nur Anlagen die perspektivisch auch klimaneutral betrieben werden können, seien wirklich zukunftssicher, so MAN-Manager Hoops. Zudem müssen sich die Kraftwerke in einem immer komplexeren Markt behaupten, in dem Flexibilität mehr und mehr zur harten Währung wird. „Unsere Gasmotoren können in drei Minuten aus den Stillstand auf Volllast gefahren und noch schneller abgefahren werden. Diese Flexibilität bietet kaum eine andere Technologie“, so Hoops. (wa)