Rund um auf solare Erzeugung getrimmt: das energieautarke Mehrfamilienhaus in Wilhelmshaven
Bild: © Sonnenhaus Institut

Niedersachsen: Low-Energie-Standard zur Pauschalmiete

In Wilhelmshaven steht Niedersachsens erstes energieautarkes Mehrfamilienhaus – nicht nur eine Entlastung für die Umwelt, sondern auch für den Geldbeutel der Mieter, betont der Initiator.

Beim Sonnenhaus Institut ist der Name Programm: Das Kompetenznetzwerk aus Architekten, Bauträgern und Energieexperten stattet Gebäude mit viel Solartechnik aus, um ein möglichst energieautarkes und umweltfreundliches Wohnen zu ermöglichen. Ein erster Meilenstein wurde nun in Niedersachsen eingeweiht.

Das frisch fertiggestellte Mehrfamilienhaus in der Bismarcksraße 33 in Wilhelmshaven soll 70 Prozent seines Wärme- und Strombedarfs hausintern beziehen. Dafür nutzte der Bauträger "Spar und Bau" jeden noch so erdenkliche Freiraum an der Gebäudehülle für PV- und Solarthermiemodule. Egal ob auf dem Dach, an der Fassade oder den Balkonen, überall spiegelt die schwarz glänzende Oberfläche der Energiepanels. Ein Langzeitwärmespeicher und ein Solarstromakku machen sowohl einen Tag-Nacht-Ausgleich als auch die saisonale Zwischenspeicherung möglich.

Cottbus und Aalen ziehen nach

Für die Mieter bringt das Niedrig-Energie-Haus ein Novum: Statt Kaltmiete und Nebenkostenabschlägen zahlen sie eine Pauschalmiete von 10,50 Euro pro Quadratmeter. Abrechnung nach Verbrauch gibt es im „Solarhaus“ nicht mehr. „Mit den Mietern wurden auskömmliche Verbrauchsobergrenzen vereinbart“, erklärt Peter Krupinski, Vorstandsmitglied der "Spar- und Bau". Für Strom- und Heizung liegt die Obergrenze bei jeweils 3000 kWh pro Jahr. Der jährliche Wasserverbrauch ist bei 100 Kubikmetern angesetzt.

Geplant wurde das autarke Energiekonzept von Timo Leukefeld, Vorstandmitglied des Sonnenhaus Instituts. Von der Idee bis zur Einweihung hat es rund zwei Jahre gedauert. Knapp 2,5 Mio. Euro hat die Wohnungsgenossenschaft in das Leuchtturmprojekt investiert. Während die ersten Mieter Ende des Monats in die Bismarckstraße 33 einziehen, sind andernorts bereits weitere Häuser in Planung beziehungsweise Umsetzung: In Cottbus werden zwei vernetzte, energieautarke Mehrfamilienhäuser demnächst bezugsfertig. In Aalen setzt man zum Spatenstich an und weitere Projekte sind in Verhandlung. (ls)