Der Betrieb scheint gesichert: in Österreich wird auch weiterhin Biomasse aus Holzabfällen verstromt. Bild: © Biomasse-Verband Österreich

Österreich: Unterstützung für Biomasse-Kraftwerke

In Österreich stehen viele Holzkraftwerke durch das Auslaufen von Förderungen vor Schwierigkeiten. Nachdem Schließungen zu befürchten waren, reagiert nun die Regierung in Wien.

Die österreichischen Holzkraftwerke verfügten bis 2017 über eine Engpassleistung von rund 300 MW, die bis 2030 auf etwa 450 MW ausgebaut werden könnte. Die rund 130 Anlagen sind über das gesamte Bundesgebiet verteilt und meist in Industriestandorte oder Fernwärmenetze eingebunden. Durch das sukzessive Auslaufen der Einspeisevergütung drohen laufend Anlagen vom Netz zu gehen. Allein 2019 würden ohne Übergangslösung Werke mit einer Engpassleistung von annähernd 140 MW vom Tarifende betroffen sein.

Das österreichische Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus hat ein neues Biomasse-Grundsatzgesetz auf den Weg gebracht. Diese Maßnahme ist eine Reaktion darauf, dass die Ökostromgesetznovelle kürzlich im Bundesrat der Alpenrepublik abgelehnt worden ist. Bioenergie ist eine für Österreich bedeutende erneuerbare Form der Energiegewinnung. Hinter Öl und knapp hinter Erdgas belegt sie den dritten Platz in der Nutzung.

Länder können Vergütung eigenständig regeln

Nach der vierwöchigen Begutachtungsfrist und einem finalen Beschluss mit einfacher Mehrheit im Bundesrat können die österreichischen Bundesländer ab Mai mittels Ausführungsgesetzen die eigenen Werke vor der Schließung retten, indem sie selber die Tarifhöhen bestimmen. "Wir begrüßen das schnelle Handeln von Frau Bundesministerin Elisabeth Köstinger, die mit ihrer Initiative die Bedeutung der Holzkraftwerke unterstreicht", erklärt Franz Titschenbacher, Präsident des Österreichischen Biomasse-Verbandes.

Bioenergie sei nicht nur wichtig für die Energiewende, sondern vor allem für das Klima, so Titschenbacher weiter. Nach der jahrhundertealten Tradition der nachhaltigen Forstwirtschaft, die auch gesetzlich verankert sei, werde nur so viel Holz aus dem Wald genutzt, wie nachwachse: "Damit sparen die heimischen Holzkraftwerke jährlich rund drei Millionen Tonnen fossiles CO2 ein, was sie für die Erreichung der österreichischen Klimaziele unverzichtbar macht." (sig)