Geschäftspartner seit vielen Jahrzehnten und nun gemeinsam mit einem neuen Wärmeprojekt am Start (v.l.): Arnd-Gerrit Rösch (Rösch Gruppe), Ortwin Wiebecke (SWT), Knud Hädicke (SWT) und Arved Westerkamp (Rösch Gruppe) vor der Heizzentrale auf dem Firmengelände der Rösch Gruppe in Tübingen. Bild: © Gerhard Rösch Gruppe

Stadtwerke Tübingen nutzen Wärme aus Textilindustrie

Die Stadtwerke Tübingen integrieren künftig die Abwärme eines Textilunternehmens ins Fernwärmenetz. Eine 500 Meter lange Leitung wird neu gebaut.

Die Stadtwerke Tübingen (SWT) haben ein innovatives Abwärmeprojekt gestartet. Dafür soll die überschüssige Abwärme aus der Textilproduktion der Tübinger Textil- und Modefirma Gerhard Rösch Gruppe genutzt werden. So wollen die Stadtwerke eine deutliche Verbesserung der Umweltqualität ihrer Fernwärme herbeiführen und Zukunftsperspektiven schaffen.

Bis Dezember soll ein neuer Abschnitt im Fernwärmenetz der SWT entstehen. Die über 500 Meter lange Fernwärmeleitung wird von der firmeneigenen Heizzentrale der Gerhard Rösch Gruppe abgehen.

Weiterer Ausbau möglich

Schon seit 2017 betreibt das Textilunternehmen eine Nachbehandlungsanlage für belastete Abluft. Ein Absaugmechanismus führt die heiße Abluft zur Nachbehandlung in eine Regenerative Thermal-Oxidations-Anlage (RTO). Bei der Auskühlung der warmen Luft in der RTO nimmt zugeführtes Heizwasser aus dem Rücklauf der Stadtwerke Wärme auf und wird erhitzt in das Wärmenetz rückgeführt, welches ab Dezember dann an die Fernwärmeleitung der SWT angeschlossen ist. Das neue Wärmeprojekt ermöglicht es dann, die im Energietausch gewonnene Wärme an weitere Wärmeverbraucher abzugeben.

Die Gerhard Rösch Gruppe bekommt die Wärmeeinspeisung von den SWT vergütet. Die Stadtwerke Tübingen bauen im Gegenzug ihr Wärmeerzeugungsportfolio um mehr als 3800 MWh emissionsfreie Wärme pro Jahr aus. Nach der Installation aller Komponenten bieten sich zusätzliche Perspektiven: Umliegende Gebäude können dann unkompliziert an die Fernwärmeversorgung angeschlossen werden. (hol)