Steag setzt neue MVA-Strategie um

Der kommunale Kraftwerksbetreiber Steag hat endgültig die erste Vattenfall-Müllverbrennungsanlage (MVA) ganz übernommen. Die Strategie dahinter:

Die Steag GmbH teilte mit, dass sie von Vattenfall das Müllheizkraftwerk Thermische Abfallbehandlung (T. A.) Lauta in Sachsen übernommen hat. Gestern sei der Closing-Termin gewesen. Das heißt, die Steag erhöhte ihren Anteil von 25,1 auf 100 Prozent. Und sie übernahm alle Mitarbeiter, alles wirtschaftlich rückwirkend auf Anfang 2016.

Das Closing für die zweite von Vattenfall zu übernehmende Anlage, das Industriekraftwerk Rüdersdorf, sei fürs zweite Quartal geplant, hieß es aus Essen. Über die jeweiligen Kaufpreise sei Stillschweigen vereinbart worden.

Für Steag-Chef Joachim Rumstadt setzt der kommunale Kraftwerksbetreiber mit den Käufen seine neue (Deutschland-)Strategie um. Diese bestehe aus folgenden Elementen:

  • zusätzliche grundlastfähige Kraftwerke zu erwerben,
  • den Anteil der erneuerbaren Strom- und Wärmeproduktion anzuheben und
  • das bisherige Engagement im Müllverbrennungssektor zu einem strategischen Markteintritt auszubauen.

Das gesamte Geschäftsfeld rund um die Müllverbrennung soll in einer neuen Tochter gebündelt werden: der "Steag Waste to Energy GmbH". Die Geschäftsführer dieser Gesellschaft sind Dr. Christian Hower-Knobloch und Susanne Pietsch.

Die T. A. Lauta verbrennt jährlich 225 "Kilotonnen" Siedlungsabfall mit einer elektrischen Leistung von 20 MW und einer thermischen von 87 MW. (geo)