Auch eine Wasserstoff-Tankstelle für LKW soll dabei sein: die TIWAG baut ihre Wasserstoff-Aktivitäten in Kufstein aus. Bild: @ TIWAG

Tiwag plant Wasserstoff-Zentrum in Kufstein

Die Tiwag will auf einem Geländer der Stadtwerke Kufstein eine „Power2X“-Anlage errichten, mit der künftig 60 Prozent des Wärmebedarfs der Stadt gedeckt werden könnten.

Der Tiroler Landesenergieversorger, die Tiroler Wasserkraft AG (Tiwag), plant die Errichtung eines Wasserstoffzentrums in Kufstein. Insgesamt über 20 Mio. Euro sollen investiert werden, davon bis zu fünf Mio. Euro an EU-Fördergeldern. Mit einer Entscheidung wird bis Jahresende gerechnet. Im Jahr 2020 könnte mit der Errichtung begonnen werden. Die Tiwag hatte das Projekt im April gemeinsam mit den Konsortialpartnern Hydrogenics Europe aus Belgien, Maximator GmbH aus Deutschland und FEN Systems aus Innsbruck sowie der Tochter Tigas bei der EU eingereicht.

Die neue „Power2X“-Anlage soll gemeinsam mit der Bioenergie Kufstein künftig rund 60 Prozent des Wärmebedarfs Kufsteins mit CO2-freier Wärme abdecken. Die vor Ort erzeugte Kälte kann laut Tiwag im Bezirkskrankenhaus Kufstein für die Klimatisierung der Operationsräume verwendet werden. Das Projekt beinhaltet zudem eine moderne Wasserstoffinfrastruktur, zu der eine Elektrolyseanlage inklusive Tankstelle gehört. Auch Schnellladesysteme für E-Autos sollen errichtet werden.

Blickpunkt Lkw-Verkehr im Inntal

„Damit die Energiewende auch auf lange Sicht ein Erfolg wird, müssen wir nicht nur im Stromsektor komplett auf erneuerbare Energien setzen, sondern auch im Wärme- und Mobilitätsbereich fossile Energieträger durch erneuerbare ersetzen“, erklärte Tiwag-Vorstandsvorsitzender Erich Entstrasser. Mit der geplanten Sektorkopplungsanlage könne man den sauberen Strom aus dem nahen Tiwag-Kraftwerk bei Langkampfen flexibel nutzen, um emissionsfrei und klimafreundlich Wärme, Kälte und Wasserstoff zu erzeugen.

Zufrieden mit dem Projekt zeigte sich auch der für das Energiewesen zuständige Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler (ÖVP). „Kein anderes Land leidet so massiv unter dem Lkw-Verkehr wie Tirol. Wenn es uns gelingt, zusätzlich zur verstärkten Verlagerung des Schwerverkehrs auf die Schiene auch die Straße von den Emissionen zu befreien, leisten wir einen nachhaltigen Beitrag für die Lebensqualität der Menschen im Inntal“, meinte Geisler. (sig)