Inbetriebnahme Elektrodenheizkessel mit Druck auf den „grünen Knopf“ v.l.n.r. Geschäftsführer Maik Render (Stadtwerke Flensburg), Projektleiter Elektrodenheizkessel Claus Hartmann (Stadtwerke Flensburg), Dr. Robert Habeck Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein, Leiter der Erzeugung Dirk Roschek (Stadtwerke Flensburg), Stadtwerke-Aufsichtsratsvorsitzender Rolf Helgert und Simon Faber, Oberbürgermeister Stadt Flensburg Bild: Stadtwerke Flensburg

Windenergie wärmt Flensburg

Überschüssiger Strom aus erneuerbaren Energien wird in Flensburg in Fernwärme umgewandelt. Das Projekt sei bisher bundesweit einmalig.

Dabei erhitzt ein Elektrodenheizkessel (Prinzip Tauchsieder) kaltes Wasser auf eine Temperatur von knapp 100 °C. Das heiße Wasser wird danach in einem großen Wärmespeicher "eingelagert" und letztlich ins Flensburger Fernwärmenetz eingespeist.

Lohnen würde sich der 2 Mio. € teure Heizkessel immer dann, wenn man günstig an der Strombörse einkaufen könne, so der Kommunalversorger. Daneben sollen Kessel und Speicher auch das Stromübertragungsnetz entlasten, indem sie Überschüsse aus kurzfristigen Lastschwankungen abnehmen. Für die Stadtwerke rechne sich der Kessel bereits ab einem Strompreis von unter 10 € pro MWh. Im Normalfall liegt der Börsenpreis für Strom bei rd. 50 € pro MWh.

Die ersten Tests waren bereits erfolgreich: "Vor dem Betriebsstart haben wir natürlich Tests mit dem neuen Kessel gefahren und die ersten Megawattstunden abgenommen. Auch das erste Fernwärmewasser haben wir bereits produziert. Alles lief problemlos, und der Wirkungsgrad für die Heißwasserproduktion lag nahe bei 100 %", freute sich Projektleiter Claus Hartmann. Die Kombination aus Elektrodenheizkessel und Wärmespeicher sei bundesweit die erste ihrer Art. (sg)