Der neue Wärmespeicher wird sich der bisherigen Archtitektur des Würzburger Heizkraftwerks komplett anpassen: Die Visualisierung zeigt die Anlage mit integriertem neuem Speicher. Dieser soll im Laufe des kommenden Jahres errichtet werden.
Bild: @ WVV

WVV baut Speicher im Innern des HKW

Die Investition steigert die Flexibilität des Heizkraftwerks. Durch die Integration des Speichers in das Gebäude werden gleichzeitig auch städtebauliche Auflagen erfüllt.

Die Würzburger Versorgungs- und Verkehrs GmbH (WVV) investiert bis 2021 rund 41 Mio. Euro in die Modernisierung ihres Heizkraftwerks an der Friedensbrücke. Herzstück der Maßnahme ist ein moderner Heißwasserspeicher. Anders als in vielen anderen Städten wird dieser aber nicht außerhalb des Kraftwerks aufgestellt, sondern im Inneren des Gebäudes integriert. Der Speicher hat eine Höhe von 45 und einen Durchmesser von zehn Metern. Durch eine Absenkung in den Boden wird sich die noch zu bauende Anlage "visuell perfekt" in die Architektur des Kraftwerks einfügen und nur noch 13 Meter aus dem Gebäude herausragen, heißt es in der Medienmitteilung der WVV. Damit erfülle man auch städtebauliche Anforderungen, das am Main gelegene HKW ist Teil der Stadtsilhouette.

Die umfangreichen Arbeiten in dem HKW, das in Kraft-Wärme-Kopplung Strom und Gas produziert, starten im kommenden Jahr, die Vorbereitungen laufen bereits. Vorgesehen ist unter anderem die Modernisierung der Gasturbine GT I sowie der Einbau einer Entnahme-Gegendruck-Dampfturbine. Dadurch steigen der Wirkungsgrad und letztlich auch der Nutzungsgrad deutlich. Der neue Wärmespeicher bietet die dazu benötigte Flexibilität. Zusätzlich werden die NOx- und CO2-Emissionen deutlich reduziert, ebenso der Wärmeeintrag in den Main.

Höhere Regelleistungsfähigkeit

Neben den positiven Auswirkungen für die Umwelt "steigt der Beitrag des Heizkraftwerkes zur Stabilisierung der Stromübertragungsnetze", erklärt Armin Lewetz, Geschäftsführer der Heizkraftwerk Würzburg GmbH. Die Modernisierung der Gasturbine und die neue Dampfturbine erhöhten die Regelleistungsfähigkeit. Seit 2004 wird in dem Würzburger HKW komplett auf Kohle verzichtet, 2003 wurde dort die erste GuD-Anlage installiert. 2007 erfolgte der Einbau einer zweiten GuD. Dieser ermöglichte es, flexibel auf Bedarfsschwankungen am Energiemarkt zu reagieren.

Bis zu 85 Prozent des Stromabsatzes in Stadt und Region können im Würzburger Heizkraftwerk selbst erzeugt werden. Durch die jetzt anstehende Modernisierung wird sich der Betrieb der Anlagen noch stärker am Strommarkt orientieren und gleichzeitig den Wärmebedarf decken. (hoe)