Welcher Deckungsbeitrag beim Betrieb von fossilen Kraftwerken erwirtschaftet wird, hängt vom Verhältnis des Brennstoff-Einkaufspreises zum Strom-Verkaufspreis ab. Je günstiger der Brennstoff und je teurer der verkaufte Strom, desto besser für den Deckungsbeitrag. Was wie eine Binsenweisheit klingt, ist in der Praxis von Blockheizkraftwerk (BHKW)-Betreibern selten anzutreffen. Zu stark ist der Blick auf die Wärmelieferung gerichtet, erläutert in seinem ZfK-Gastbeitrag.
Für Energieversorger mit KWK-Anlagen ist es vielversprechend, sich mit dieser Perspektive für ein besseres Betriebsergebnis zu befassen. Es ist zu kurz gegriffen, den Brennstoff Gas nur gemäß der Preisgleitklausel des Wärmepreises zu beschaffen und sich für den Strom-Output vom Netzbetreiber den sogenannten "üblichen Preis" gemäß Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) auszahlen zu lassen. Besser wäre es, auf lange Sicht das Verhältnis von Gas- und Strompreisen zu beobachten, um dann gleichzeitig das benötigte Gas einzukaufen und den erzeugten Strom zu verkaufen. So ließe sich ein BHKW wirtschaftlicher betreiben. Und so wie die Kraftwerksbetreiber durchaus in Terminprodukten mit weit entfernter Fälligkeit unterwegs sind, sollten auch BHKW-Betreiber die langfristigen Preiskonstellationen im Blick haben.
Attraktive Preissituation nutzen
Die aktuelle Preissituation macht die Optimierung von KWK-Anlagen gerade besonders attraktiv. Gegenwärtig sieht die Preis-Situation für ein BHKW mit einem elektrischen Wirkungsgrad von 35 Prozent sehr gut aus und wird von Jahr zu Jahr besser. Der Gaspreis wird im Verhältnis zum Strompreis immer günstiger.
Wieviel je Energieeinheit für die Gaskosten nach Abzug der Stromerlöse noch zu zahlen ist, drückt die Kennzahl "Spark Spread" aus. Ist der Spark Spread positiv, bleiben Stromerlöse übrig. Ein Beispiel soll den Effekt verdeutlichen: Für 2024 wurde am 1. Dezember 2020 ein Gas-Jahresband für 15,02 Euro pro MWh beschafft. Die damit erzeugte Strommenge, 35 Prozent des eingesetzten Gases, konnte für 47,47 Euro pro MWh verkauft werden. Das ist mehr als der dreifache Gaspreis. Es wird also mehr erlöst, als zur Finanzierung des Gases erforderlich ist: 4,56 Euro pro MWh des erzeugten Stroms. (gun)



