Nicht nur wegen des kühleren Wetters haben die Heizkosten in Deutschland im Abrechnungsjahr 2019 angezogen.

Nicht nur wegen des kühleren Wetters haben die Heizkosten in Deutschland im Abrechnungsjahr 2019 angezogen.

Bild: © Sina Schuldt/dpa

Seit Jahresbeginn gilt der neue CO2-Preis auch im Gebäudesektor. Wie der Verbrauch an Brennstoffen weiter gesenkt werden kann, wird im Forschungsprojekt "BaltBest" untersucht. Die ersten Zwischenergebnisse sind vielversprechend, wie die Projektpartner aus Wohnungswirtschaft, Industrie und Forschung mitteilen.

Die wesentlichen Erkenntnisse dabei sind, dass zum einen die Betriebsführung von Heizungsanlagen im Bestand optimiert werden muss. Zum anderen sollen auch die Mieter beim energiesparenden Verhalten unterstützt werden. Dabei kommt es entscheidend darauf an, den Nutzer mit Smart-Home-Technik auszustatten.

Insgesamt 100 Mehrfamilienhäuser untersucht

Dabei werden die Nutzer im Laufe eines Jahres über ihren jeweiligen Verbrauch informiert. So können sie bedarfsgerecht heizen und Energiekosten einsparen. Im Projekt wollen die Beteiligten zudem das Zusammenspiel von Anlagentechnik, Nutzerverhalten und baulichen Maßnahmen zur energetischen Sanierung besser verstehen.

Diesem Vorhaben gehen die 15 Projektpartner seit Dezember 2018 im Forschungsprojekt "Einfluss der Betriebsführung auf die Effizienz von Heizungsaltanlagen im Bestand (BaltBest)" nach. Insgesamt 100 Mehrfamilienhäuser von Wohnungsunternehmen aus dem Mitgliederkreis des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW nehmen daran teil.

Wirtschaftsministerium fördert Projekt mit mehr als 1 Mio. Euro

Sie wurden ab 2018 für das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit 1,1 Mio. Euro geförderte Projekt mit einer Funk-Messinfrastruktur mit über 5800 Sensoren des Energiedienstleisters Techem ausgestattet. Zur Auswertung erreichen täglich 3,9 Mio.Telegramme die Forschungsinstitute EBZ Business School – University of Applied Sciences sowie wöchentlich die Technische Universität Dresden.

Das EBZ Forschungsinstitut InWIS befragt darüber hinaus die Mieter der Wohnungen zu ihrem Heizverhalten. Das Forschungsprojekt läuft über drei Heizperioden von Dezember 2018 bis Mai 2021. Es biete erstmals die Möglichkeit, sowohl Heizungsanlagen und Betriebskosten als auch das Heizverhalten der Nutzer im Zusammenhang von Mehrfamilienhäusern umfassend zu untersuchen, heißt es.

Erste Ergebnisse noch 2021

Erst durch die Digitalisierung und mit BaltBest wird nachgewiesen, dass Heizungsanlagen günstig und in großem Umfang geprüft und in ihrer Systemeffizienz verbessert werden können. Dies sei so wichtig, weil gering investive Maßnahmen wie Anlagenoptimierung und angepasstes Nutzerverhalten die einzigen sind, die schnell flächendeckend umgesetzt werden können, heißt es.

Um genauere Erkenntnisse zu möglichen Einsparungen zu erhalten, stattete das Forschungsteam weitere 60 Wohnungen mit Smart-Home-Technologie aus. Darüber hinaus wird untersucht, inwieweit ein zeitnahes Feedback über das individuelle Verbrauchsverhalten zum energieeffizienten Heizen motiviert. Für das Feedback kommt eine speziell entwickelte App zum Einsatz. Die Ergebnisse werden im ersten Halbjahr 2021 erwartet. (jk)

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