WärmeZfK Wärmewende

"Moderne Wärmepumpen sind ideal für Altbauten"

Wärmepumpen werden effizienter, leiser, vielseitiger – und sie vernetzen sich. Buderus-Produktmanager Lucas Ronzheimer skizziert die technische Entwicklung hin zu steigender Effizienz und höheren Vorlauftemperaturen, die das Einsatzgebiet von Wärmepumpen deutlich erweitern.
09.12.2025

Moderne Wärmepumpen sind mit ihren hohen Vorlauftemperaturen auch für Bestandsgebäude geeignet.

  • Lucas Ronzheimer

Die Wärmepumpe hat sich in den vergangenen Monaten als meistverkauftes Heizsystem etabliert. Damit rangiert erstmals ein erneuerbares Heizsystem an der Spitze des deutschen Heizungsmarkts.

Lucas Ronzheimer, Produktmanager Elektrifizierung / Wärmepumpen bei der Bosch-Tochter Buderus, spricht im ZfK-Interview über die technische Entwicklung. Moderne Wärmepumpen seien ideal auch für die energetische Sanierung von Altbauten geeignet. Sie bieten hohe Effizienz, flexible Anpassung an bestehende Heizsysteme und arbeiten auch bei niedrigen Außentemperaturen effizient. 

Nach einer Absatzkrise 2024 ist die Wärmepumpe wieder auf den Wachstumspfad zurückgekehrt. Kann sie sich im Wärmemarkt durchsetzen, auch falls die Förderung gekürzt oder ganz gestrichen wird? 
 
Nach dem aktuellen Stand sollte die Förderung, wie sie zurzeit existiert, fortgesetzt werden. 
 
Wie beurteilen Sie die aktuelle Innovationsgeschwindigkeit bei Wärmepumpen? Sehen wir in den kommenden zehn Jahren deutliche Effizienzverbesserungen? 
 
Wir entwickeln unsere Wärmepumpen kontinuierlich weiter, sind aber auch heute schon auf einem sehr guten Effizienzniveau. Mitte 2026 erweitern wir unsere Serie Logatherm WLW186i AR um eine auf noch höhere Effizienz und speziell für die Altbausanierung optimierte Wärmepumpe. Selbst bei hohen Vorlauftemperaturen und Minusgraden arbeitet sie äußerst effizient und eignet sich besonders für Bestandsgebäude mit einer Heizlast von 10 bis 18 kW. Die Außeneinheit hat über alle Leistungsgrößen die Effizienzklasse A+++ bei einer Vorlauftemperatur von 55 Grad und arbeitet somit hocheffizient.

Wie gut sind moderne Wärmepumpen für die energetische Sanierung von Altbauten geeignet?  
 
Wärmepumpen wie die Logatherm WLW186i AR von Buderus eignen sich hervorragend für die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden. Sowohl die hohe Vorlauftemperatur von bis zu 75 Grad Celsius als auch die flexible Anpassung an bestehende Heizsysteme mit Heizkörpern durch ihre HydraulicFlex-Systemtechnologie sind ideal für Altbauten.  
 
In jedem Fall ist es aber sinnvoll und empfehlenswert, das Heizsystem insgesamt zu verbessern und die maximale Vorlauftemperatur zu reduzieren. Oftmals sind mit kleineren Maßnahmen wie dem Austausch einzelner Heizkörper bereits deutliche Verbesserungen möglich. Weiterhin kann auch der Einsatz von Wärmepumpen-Hybridanlagen geprüft werden. Um herauszufinden, welche Möglichkeiten bestehen, sollten sich Eigentümer also zunächst mit den Gegebenheiten und Rahmenbedingungen in ihrem Gebäude befassen. 
 
Gibt es neue Kältemittel oder Arbeitsmedien, die in den kommenden Jahren eine Rolle spielen werden? Welche Vorteile bringen sie? 
 
Buderus setzt bei seinen Wärmepumpen verstärkt auf das natürliche Kältemittel R290 (Propan), das jetzt schon bei allen Neuentwicklungen zum Einsatz kommt. Mit einem Global Warming Potential (GWP) von lediglich 0,02 ist R290 deutlich klimaschonender als bisher verwendete Kältemittel.  
 
Welche Fortschritte gibt es bei der Geräuschreduzierung, insbesondere für den Einsatz in dicht besiedelten Wohngebieten? 
 
Gerade in Wohngebieten mit oftmals kleineren Grundstücken spielt die Geräuschentwicklung von Wärmepumpen eine wichtige Rolle. Deshalb arbeitet Buderus seit Jahren kontinuierlich und erfolgreich an Verbesserungen in diesem Bereich. Mit integriertem Schalldiffusor und verdecktem Ventilator zählen die Logatherm-Wärmepumpen von Buderus zu den leisesten ihrer Klasse. Beispielsweise unterschreitet die Logatherm WLW MB AR mit 5 kW im schallreduzierten Betrieb den Grenzwert für reine Wohngebiete von 35 dB(A) schon in einem Abstand von zwei Metern zum nächsten Nachbarfenster bei freier Aufstellung. 
 
Welche Trends sehen Sie bei der Digitalisierung und Steuerung von Wärmepumpen – zum Beispiel im Hinblick auf Smart-Home-Integration oder Fernwartung? 
 

Auch im Bereich der Heiztechnik schreitet die Digitalisierung weiter voran. Sowohl Hauseigentümer als auch Fachhandwerker profitieren davon durch intelligente Steuerungsmöglichkeiten via Internet, Monitoring sowie Parametrierung oder Störungsbehebung aus der Ferne.

Die Fragen stellte Jürgen Walk.

Mehr zum Thema aus dem ZfK-Archiv:

Teil 1 der Serie: Wärmepumpen: Auch im Altbau effizient

Teil 2 der Serie: Skalierung von Großwärmepumpen schreitet voran