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09 Juni 2017 | 11:00

12 500 Euro jährlich weniger Energiekosten

Holzpellets speisen einen Nahwärmeverbund in Pfinztal., Bild: KEA
Bild: KEA
Holzpellets speisen einen Nahwärmeverbund in Pfinztal.
Einen Nahwärme-Verbund plus energetische Sanierung hat Pfinztal erfolgreich per Contracting realisiert.

Auch Kommunen mit geringen finanziellen Spielräumen können ihre Liegenschaften energetisch modernisieren. Wie das geht, zeigt ein Beispiel im badischen Pfinztal. Die Gemeinde im Landkreis Karlsruhe hat ihren Bauhof, ein Kinder- und Jugendzentrum sowie Wohncontainer für Flüchtlinge zu einem Nahwärmeverbund zusammengeschlossen.

Die Wärme liefert eine neue Holzpellets-Heizung. Darüber hinaus wurde das Dach der Bauhofwerkstatt erneuert und umfassend gedämmt. Initiiert hat es die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg. Die Baukosten von rund 440 000 Euro trägt ein externes Contracting-Unternehmen. Entlohnt wird der Contractor zehn Jahre lang über die Wärmelieferung. Pfinztal hat mit dem Wärmeverbund bereits das dritte Contracting-Projekt verwirklicht.

80 Prozent erneuerbare Wärme

Die rund 18 000 Einwohner zählende Gemeinde kann in ihrem Gebäudepark nun weitgehend auf fossile Brennstoffe verzichten. „Erneuerbare Energien decken jetzt insgesamt rund 80 Prozent des Wärmebedarfs in den kommunalen Gebäuden“, sagt Rüdiger Lohse, Leiter des Kompetenzzentrums Contracting bei der KEA.

Vor der Sanierung erfolgte die Wärmeversorgung der Gebäude mit Erdgas und Strom: Bauhof und Jugendzentrum verfügten über jeweils eine in die Jahre gekommene Gasheizung, die noch recht neuen Wohncontainer wurden zunächst mit Stromheizgeräten erwärmt. Mit der neuen Heiztechnik verringern sich die Energiekosten um 11 000 Euro pro Jahr. Die Dachdämmung erhöht den Betrag noch einmal um knapp 1500 Euro jährlich. Zusätzlich zum Heizungstausch und der Dämmung erneuerten die Beteiligten noch die Beleuchtung im Bauhof.

Die Gemeinde nutzte die Umbaumaßnahmen und errichtete außerdem eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 28 Kilowatt auf dem Bauhofdach. Weit mehr als die Hälfte des erzeugten Solarstroms verbraucht der Bauhof selbst.

Die finanziellen Gestaltungsmöglichkeiten von Kommunen sind oft recht gering. Energetische Sanierungen erfordern jedoch erst einmal Investitionen, bevor Geld gespart werden kann. „Contracting stellt hier ein sinnvolles Instrument dar, um die energetischen Modernisierungen anzustoßen“, sagt Lohse. Pfinztal zahlte lediglich einen Teil der Beratungsleistung an den Projektentwickler KEA. Die Landesenergieagentur erstellte ein Vorkonzept, organisierte die Förderung durch EU- und Bundesprogramme und unterstützte beim Vergabeverfahren.

Neutrale Energieberatung

„Im Zuge der Projektvorbereitung ist es sinnvoll, neutrale Berater wie Energieagenturen und Ingenieurbüros ins Boot zu holen. Sie analysieren unabhängig von finanziellen Interessen die Energieverbrauchsstruktur, den Handlungsbedarf, die Contracting-Eignung und unterstützen bei der Projektumsetzung“, so Lohse.

Die Investition tätigt ein Contracting-Unternehmen, das entweder über einen Grund- und Arbeitspreis oder über eine Einsparung entlohnt wird. Nach einem festgelegten Zeitraum ist die Leistung des Contractors abgegolten, die Kommune profitiert weiterhin von der erneuerten Anlagentechnik. (hcn)

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