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17 März 2017 | 10:15

Amortisation innerhalb von drei bis fünf Jahren

Über den Dächern von Konstanz-Wollmatingen: Richard Dederichs, Mitarbeiter des Energieservices bei den Stadtwerken, zeigt die Photovoltaik-Module, die im Drechslerweg zusätzlich zum Blockheizkraftwerk (BHKW) Mieterstrom erzeugen., Bild: Stadtwerke Konstanz
Bild: Stadtwerke Konstanz
Über den Dächern von Konstanz-Wollmatingen: Richard Dederichs, Mitarbeiter des Energieservices bei den Stadtwerken, zeigt die Photovoltaik-Module, die im Drechslerweg zusätzlich zum Blockheizkraftwerk (BHKW) Mieterstrom erzeugen.
Zunehmend auf Mieterstrom setzten die Stadtwerke Konstanz. Die Kombination von KWK, PV und intelligenter Messtechnik rechnet sich.

Vorreiter in Sachen Mieterstrom sind die Stadtwerke Konstanz. Seit vergangenem Jahr versorgt eine bundesweit bisher einzigartige dezentrale Anlage ein Mehrfamilienhaus der städtischen Wohnbaugesellschaft Wobak. Ein erdgasbetriebenes Blockheizkraftwerk mit 20 Kilowatt (kW) elektrischer und 42 kW thermischer Leistung ist mit einer 23-kW-Photovoltaikanlage kombiniert. Das Besondere ist die Kopplung der beiden Systeme mit elektronischen Zählern. Diese liefern alle 15 Minuten Daten bezüglich der aktuellen Stromproduktion sowie zum Verbrauch. So können die Mieter ihr Stromnutzungsverhalten aktiv anpassen.

Anderes Verbrauchsverhalten rechnet sich


Das bedeutet konkret: Wer beispielsweise bei Sonnenschein staubsaugt oder Elektrogeräte wie Waschmaschine und Trockner laufen lässt, erhöht seinen individuellen Verbrauch des im Gebäude erzeugten Stroms. Und das zahlt sich aus: Der interne Strom schlägt nämlich nur mit 22,63 Cent pro Kilowattstunde (kWh) zu Buche, während für den aus dem allgemeinen Versorgungsnetz bezogenen Reststrom 24,56 Cent pro kWh berechnet werden. Das Projekt wurde jüngst vom BHKW-Bundesverband als „BHKW des Jahres 2016“ ausgezeichnet.

Mieterstrom deckt 60 Prozent des Jahresbedarfs


27 von 34 Mietern des Mehrfamilienhauses in Konstanz-Wollmatingen entschieden sich laut Stadtwerke-Sprecher Josef Siebler für den neuen Tarif „Strom Direkt“. Mehr als 60 Prozent des Strombedarfs des Gebäudes konnte durch die KWK- und Solarstromanlage bedeckt werden, ergab eine erste Jahresauswertung. Und auch die Stadtwerke profitieren. „Die Mehrkosten rechnen sich für uns nach drei bis fünf Jahren“, berichtet Siebler. Aufgrund der hohen Wirtschaftlichkeit habe man bereits begonnen, weitere Anlagen dieser Art zu installieren. Rund 170 städtische Wohnungen werden mittlerweile schon mit Mieterstrom beliefert. Siebler hält das Konzept auch gut auf andere Kommunen übertragbar. „Es gibt bereits etliche Anfragen von anderen Stadtwerken“, berichtet er.

Mieterstromgesetz soll Wirtschaftlichkeit weiter verbessern


„Aus Sicht der VKU-Landesgruppe ist das ein interessantes Modell, sofern es sich finanziell rechnet. Sollte das Mieterstromgesetz kommen, wird die Wirtschaftlichkeit sicherlich deutlich einfacher“, sagte ein VKU-Landesgruppensprecher der ZfK. Ende Februar legte Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries ein Eckpunktepapier für ein Mieterstromgesetz vor. Es sieht eine Förderung von Photovoltaik-Mieterstromprojekten via direktem Einspeisetarif vor und soll noch vor der Sommerpause verabschiedet werden. Mieterstrom aus Blockheizkraftwerken wird bereits über das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) gefördert. (hcn)

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Zahl des monats

165 000

Megawatt betrug der Zubau an Ökostromleistung weltweit in 2016, berichtet die Internationale Energieagentur (IEA). Das ist ein Plus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr und umfasst nahezu zwei Drittel der neuen Stromerzeugung.