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07 September 2017 | 11:00

"Energiesparen spielt für viele nur eine Nebenrolle"

Smart Home Basisset von Devolo. Das Unternehmen war Partner des
Forschungsprojektes Smart Live., Bild: Neidlein
Bild: Neidlein
Smart Home Basisset von Devolo. Das Unternehmen war Partner des Forschungsprojektes Smart Live.
Die ASEW baut zusammen mit Partnern ihre Beratungsangebote für Smart-Home-Lösungen aus. White Label Produkte soll es jedoch vorerst nicht geben.

"Die alltäglichen Bedürfnisse der Endnutzer müssen noch stärker bei der Entwicklung von Smart-Home-Lösungen berücksichtigt werden". Dieses Fazit zieht Michael Kreusch, Marketingleiter des Stadtwerkeverbunds ASEW, aus einem dreijährigen Forschungsprojekt Smart Live. Gemeinsam mit der Universität Siegen und weiteren Partnern wurde in 20 Testhaushalten, sogenannten Living Labs, die Nutzung von Smart Home im Alltag untersucht. Gefragt sind demnach vor allem Produkte und Lösungen, die einfach zu bedienen sind, mehr Komfort bringen und auch ansprechend gestaltet sind.

Hilfen für einfachere Konfiguration und Datenvisualisierung

So entstand in dem vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Projekt das "Shop & Play"-Konzept, das die Auswahl und Installation von Smart-Home-Systemen durch eine kundenindividuelle Vorkonfiguration bereits während des Kaufprozesses vereinfachen soll. Auch wie die Daten, die ein Smart Home erfasst und für den Benutzer angezeigt werden, wurde neu überdacht. Entwickelt wurde Open.Dash, eine individualisierbare grafische Benutzeroberfläche, die den Nutzern ermöglicht, die Informationen nach den eigenen Interessen und Präferenzen zu sortieren und eigene Reports anzulegen. "Es geht darum, dass die Nutzer schnell und unkompliziert erste Mehrwerte durch das Smart Home gewinnen, beispielsweise mit Übersichten über den Energieverbrauch, die Temperatur und die Luftqualität in den eigenen vier Wänden sowie Informationen darüber, ob Zuhause alles in Ordnung ist", so Nico Castelli von der Universität Siegen.

Energie nicht im Vordergrund

Vom Projektpartner Devolo wurde zudem eine Steuerbox für die Anbindung des Smart Home an das intelligente Stromnetz entwickelt. Sie ermöglicht es dem Netzbetreiber, einzelne Geräte wie Photovoltaikanlagen je nach Bedarf im Netz zuzuschalten. Auf absehbare Zeit sieht allerdings Kreusch aufgrund der Erfahrungen des Smart-Live-Projektes die Anwendungsbereiche Sicherheit, altersgerechtes Wohnen und Komfortsteigerung als vorrangig. "Energiesparen spielt für viele Nutzer nur eine Nebenrolle", so sein Fazit. Demand-Side-Management im Smart Home sieht er noch "in weiter Zukunft".

Um die Erfahrungen des Projektes auch über den Förderzeitraum hinaus zu nutzen wurde nun das "Habitat Netzwerk – Smart Home Services gegründet". Mitglieder der Initiative sind neben der ASEW die Uni Siegen, Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, Devolo, Bosch, Eresult und The Peak Lab. "Wir wollen in nächster Zeit Workshops und weitere Beratungsangebote entwickeln", so Kreusch. Von der ursprünglichen Idee, den ASEW Mitgliedern White Label Produkte zu Smart Home anzubieten, habe man jedoch aufgrund der Projekterfahrungen Abstand genommen, sagte Kreusch gegenüber der ZfK. (hcn)

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Mio. Tonnen Kohlendioxid wurden energiebedingt
im ersten Halbjahr ausgestoßen. Laut der Denkfabrik
Agora Energiewende bedeutet dies, verglichen mit 2016, einen Anstieg von fünf Mio. Tonnen oder 1,2 Prozent.